Wer macht noch gleich die Meinung?

Posted in Iran-Krieg, Medien/Manipulation by antistaat on the March 31st, 2007

..achja, die BILD war’s..

Heute mal wieder ein besonders (un)schönes Beispiel für Propagandaarbeit, ganz im Sinne des Demokratie-Exporteurs No.1 jenseits des Atlantik, und seiner “Koalition der Wahnsinnigen Willigen”.

12 Millionen vermutlich bisher meinungsfreie Kunden durften sich glücklich schätzen, nun auch endlich mit der Möglichkeit einer “eigenen” MeinungsBILDung gesegnet worden zu sein.
Selbstverständlich mit aller nötigen “Objektivität”, wie sie nur den Schreibern einer “freien, unabhängigen, sachlich aufgeklärten” westlichen (= zivilisierten!) Welt möglich ist. Propaganda? Machen doch immer nur die Anderen..:

Will uns der „Irre von Teheran“ in einen Krieg zwingen?

Das Geiseldrama um die 15 im Iran verschleppten britischen Soldaten spitzt sich immer weiter zu!

..im Iran verschleppt - oder in den Iran..?

Will Teherans irrer Diktator Ahmadinedschad den Westen in einen neuen Krieg treiben? Schamlos verbreitete das Regime in Teheran gestern ein weiteres Geiselvideo. Das Band zeigt ein angebliches Geständnis des seit über einer Woche entführten Navy-Soldaten Nathan Thomas Summers (22): Seine Marineeinheit sei vom Irak aus „illegal“ mit Booten in iranisches Hoheitsgewässer eingedrungen, erklärt Sommers eingeschüchtert auf dem Video. Der Soldat: „Ich bitte das iranische Volk dafür um Verzeihung!“…

..soso.. die “entführten Geiseln” und der “irre Diktator”, der UNS, der “freien Welt”, seinen Krieg förmlich aufzwingen will..
Noch Fragen..?

Zeit also für eine neue Runde Re-Education. Die letzte hat anscheinend nicht gereicht. Und die 2 Millionen im “Namen der Freiheit” getöteten Iraker auch nicht..

Wahrlich beeindruckend, mit welchen subtilen bis plumpen Methoden dieser kommende Krieg als reine Verteidigung, als Antwort auf dieses “schamlose, unerhört provokante” Verhalten des “Mullah-Regimes” verkauft werden soll.
Stellt sich die Frage: Zeigen solcherlei Beiträge wirklich ein reales, besorgniserregendes “Spiegel(-online)/BILD” unserer Gesellschaft?!?

Siehe auch:

Aktuelle Lage im Iran, fehlende Beweise & Bildfälschung @florian-horvath

Russischer Nachrichtendienst: USA schließen Vorbereitungen für Angriff auf Iran ab

Posted in Iran-Krieg by antistaat on the March 31st, 2007

Nach Angaben des russischen Nachrichtendienstes haben die amerikanischen Streitkräfte die Vorbereitung zum möglichen Militärschlag gegen Iran abgeschlossen.
Das teilte ein Sprecher des russischen Geheimdienstes RIA Novosti mit.

Die Angaben des Nachrichtendienstes belegten, sagte der Sprecher, dass die USA eine Liste über mögliche Ziele in Iran erstellt und den Einsatzplan bei Übungen getestet haben.

„Nach Angaben des russischen Militärnachrichtendienstes haben die US-amerikanischen Streitkräfte im Persischen Golf die Vorbereitung für Raketen- und Bombenangriffe gegen Iran praktisch abgeschlossen“, sagte der Sprecher.

Er berichtete, dass die amerikanischen Heeresführer in der ersten Aprilhälfte zum Schlag bereit sein werden. Doch das Startzeichen der militärischen Operation muss die politische Führung geben.

Die USA drohen Teheran mit einem Militärschlag, weil die iranische Führung sich weigert, das Nuklearprogramm zu stoppen. Die jüngste Resolution des UN-Sicherheitsrates über Iran, die am vergangenen Wochenende getroffen wurde, sieht wirtschaftliche Sanktionen gegen das Land vor, schließt aber militärische Gewalt aus.

Nach offiziellen US-Angaben ist die militärische Präsenz in der Region auf dem gleichen Niveau wie im März 2003, als die Invasion in den Irak begann.

Quelle: RIA Novosti

Siehe auch:

Damit wir nicht wieder unseren Enkeln sagen müssen… @politblog
Beliebige Provokation kann Krieg im Iran auslösen @rian
Bildfälschung? (.pdf) @dirk-gerhardt

Absztrakkt - “Das goldne Kalb”

Posted in Audio/Video by antistaat on the March 30th, 2007

Homepage - Absztrakkt @myspace
Text - “Das goldne Kalb

Wieder mal “Beweise”: Großbritannien legt Satellitenfotos in Iran-Krise vor

Posted in Iran-Krieg by zweitrangig on the March 28th, 2007

London (Reuters) - Die britische Regierung kann eigenen Angaben zufolge mit Satellitenfotos belegen, dass die vom Iran festgenommenen Soldaten nicht in die Gewässer der Islamischen Republik eingedrungen sind.

Die britischen Boote hätten sich eindeutig innerhalb irakischer Gewässer aufgehalten, als sie von der Marine der iranischen Revolutionsgarde gestoppt worden seien, erklärte der stellvertretende Chef des britischen Verteidigungsstabes, Vize-Admiral Charles Style, am Mittwoch. Demnach betrug der Abstand zur Grenze 1,7 nautische Meilen, das entspricht etwa drei Kilometern.

Der Iran hatte am Freitag 15 britische Soldaten und Seeleute in Gewahrsam genommen und ihnen vorgeworfen, im irakisch-iranischen Grenzgebiet im Persischen Golf in iranische Gewässer eingedrungen zu sein. Die Krise hat die wegen des Atomkonflikts ohnehin angespannten Beziehungen verschärft und vor allem auch an den Energiemärkten große Unsicherheit ausgelöst. Seit Beginn des Konflikts ist der Ölpreis deutlich gestiegen.

Quelle: reuters

Teheran hat Großbritannien im Streit um die im Iran festgehaltenen 15 britischen Marinesoldaten vorgeworfen, die Angelegenheit zu “politisieren”, die Briten wiederum haben nun “alle bilateralen Gespräche mit Teheran auf Eis gelegt

Um die Situation weiter propagandistisch anzuheizen, werden natürlich immer wieder zwischendurch “kleine Gerüchte” gestreut, zb. hätte der Iran ein amerikanisches Schiff im Persischen Golf angegriffen, was von einem Sprecher der US-Streitkräfte umgehend zurückgewiesen wurde, und, warum auch immer, von britischer Seite ebenfalls.

Dennoch: Die russische Militäraufklärung meldet erhöhte Aktivitäten der US-Streitkräfte an den Grenzen des Iran.

Was für “spitzenmässige Beweise” solche Satellitenbilder sein können hat sich bereits Ende 1990 gezeigt, als Bush Sen. Stationierungsrechte für US-Truppen in Saudi-Arabien forderte, mit der Begründung die irakischen Truppen würden sich auf eine Invasion Saudi-Arabiens vorbereiten und Truppen an der Grenze zusammenziehen. Als Beweis dienten gefälschte Satellitenaufnahmen.

Wie “glaubwürdig” auch von Blair vorgelegte “Beweise” sein können, hat er bereits vor Beginn des letzten Irak-Krieges bewiesen, als er behauptete, der Irak könne innerhalb von 45 Minuten seine chemischen und biologischen Massenvernichtungswaffen einsetzen.
US-Präsident Bush begrüßte den Bericht und forderte den Sicherheitsrat auf, aufgrund der neuen Beweise nun schnell eine “scharfe Resolution, um diesen Mann zur Rechenschaft zu ziehen”, zu verabschieden: “Wenn sie das nicht leisten können, werden die USA und unsere Freunde handeln, weil wir an den Frieden glauben. Wir trauen diesem Mann nicht, und das führte der Bericht von Blair heute vor Augen.”

Übrigens: Wie schon Saddam Hussein vor seinem Sturz, so spricht auch der Iran bereits seit längerem davon, den US-Dollar nicht mehr als Verrechnungseinheit im Erdölhandel nutzen, sondern sein Öl auch in Euro und anderen Währungen zu verkaufen. Ausserdem wolle man die eigenen USD-Reserven auf einen Anteil von unter 20% kürzen.
China hat bereits begonnen verstärkt in Euro zu zahlen, Japan erklärte sich ebenfalls bereit künftig in Yen zu bezahlen. Vertreter des Irans hatten vor Monaten erklärt, dass mehr als die Hälfte der Opec-Kunden die übliche Zahlungsweise in Dollar umgestellt hätten.

Scheint also, dass sich der “Showdown” langsam nähert… Oder glaubt noch jemand an ein Wunder?

Siehe auch:

Die Lüge vom bevorstehenden Einmarsch Saddams in Saudi-Arabien” (@politblog.net)
Es war einmal… Amerika! - Die inszenierten Kriege (intern)

US-Flotte probt Angriffe - oder nicht?

Posted in Iran-Krieg by antistaat on the March 28th, 2007

Die US-Marine hat ihr größtes Manöver im Persischen Golf seit Beginn des Irak-Kriegs vor vier Jahren begonnen. Das meldete am Dienstag die Nachrichtenagentur AP. Gleichzeitig drohte der britische Regierungschef Anthony Blair mit härteren Maßnahmen, falls die am Freitag voriger Woche von iranischen Grenztruppen festgenommenen 15 britischen Marinesoldaten nicht schnellstens freigelassen werden.

An dem amerikanischen Manöver sind laut Associated Press zwei Flugzeugträger mit den sie begleitenden Kriegsschiffen und mehr als 10000 Soldaten beteiligt. 100 Kampfflugzeuge sollen Angriffe gegen die iranische Küste proben. Zu einer Flugzeugträger-Gruppe gehören in der Regel vier bis fünf Fregatten und Zerstörer sowie ein U-Boot.

De US-Marine hat zur Zeit die Flugzeugträger »Eisenhower« und »Stennis« in der Region. Nach offi­ziellen Aussagen befindet sich die »Eisenhower« als Drohpotential gegen Iran im Persischen Golf, während die »Stennis« außerhalb des Golfs operiert und angeblich nur die Kriegführung im Irak und in Afghanistan unterstützen soll. Wenn die AP-Meldung zutrifft, daß jetzt beide Trägergruppen ein gemeinsames anti-iranisches Manöver im Golf abhalten, würde das die Zweifel an der offiziellen Version unterstützen.

Ebenfalls in der Region, aber außerhalb des Persischen Golfs operiert der französische Flugzeugträger »Charles de Gaulle«, begleitet von einer Luftabwehr-Fregatte, zwei Fregatten zur U-Boot-Bekämpfung und einem U-Boot. Angeblich soll die Trägergruppe, die Mitte dieses Monats im Einsatzgebiet angekommen ist, ausschließlich die NATO-Operationen in Afghanistan unterstützen…

Quelle / weiterlesen…: jungewelt.de

Update: Iran dementiert Meldungen über groß angelegtes US-Manöver im Golf

Die iranischen Behörden haben Meldungen über ein groß angelegtes Manöver der US-Marine im Persischen Golf dementiert.

Die Erklärung des Kommandos der 5. Flottille der USA über eine umfassende Militärübung in der Region entspricht nicht der Wirklichkeit“, heißt es in einer am Mittwoch in Teheran verbreiteten Mitteilung des stellvertretenden Befehlshabers der iranischen Streitkräfte, Alireza Afschar.

Die iranischen Seestreitkräfte seien in erhöhte Kampfbereitschaft versetzt worden und beobachteten aus nächster Nähe Umdislozierungen ausländischer Kriegsschiffe im Raum des Persischen Golfes, hieß es… (Quelle: RIA Novosti)

..? Ich musste gerade an diesen kleinen irakischen “Propagandaminister” denken, der 2003 immer für den Irak vor den Kameras stand, und seine recht eigentümlichen Pressekonferenzen veranstaltet hat. Bei einer hiess es, das Ganze erinnere ihn an den Hollywood-Film “Wag the Dog“, es gebe gar keinen Krieg…

In einem weiteren Artikel berichtet rian über den erfolgreichen Test einer amerikanischen “Superbombe“, die im Iran zum Einsatz kommen könnte.

Mehrere Nachrichten-Seiten schreiben inzwischen, die neue Resolution des UN-Sicherheitsrates zum iranischen Atomprogramm beinhalte zwar schärfere Sanktionen, schließe eine Gewaltanwendung gegen Teheran aber eindeutig aus.

Nur - Diese Resolution bezieht sich auf das iranische Atomprogramm - hat also keine wirkliche Bedeutung für andersartige Eventualitäten, z.B. im Zusammenhang mit den fünfzehn im Iran inhaftierten britischen Soldaten, die soeben im iranischen TV zu sehen waren.

Man darf wohl gespannt sein, was die Proagandamaschinerie beider Seiten in den nächsten Tagen noch so für uns bereithält…

15 Briten – Deutsche Presse

Posted in Iran-Krieg, Medien/Manipulation by antistaat on the March 27th, 2007

Auszug aus dem heutigen Beitrag des “Iran-Krise”-Blog von Martin Ebbing, seit Februar 2004 Korrespondent in Teheran. Eingehend auf Fragen, warum er “eigentlich immer englischsprachige Quellen, selten aber deutsche Medien zitiere”, bzw.selten die Berichterstattung in den deutschen Medien kritisiere…:

“..die Zurückhaltung fällt nicht immer leicht. Mehr und mehr habe ich den Eindruck, dass die Berichterstattung über den Iran im allgemeinen wie über die Atomfrage im besonderen nicht nur ein verfälschtes Bild abgibt, sondern bewusst oder unbewusst eine Stimmung schafft, in der Eskalation und Konfrontation als einzige probate Antwort angesehen werden.

Meine Meinung basiert nicht auf einer breiten empirischen Auswertung der deutschen Medien, wozu mir Zeit und Möglichkeiten fehlen, sondern ist die Summe meiner Eindrücke meiner täglichen Lektüre im Internet.

Dies ist ein wichtiger Aspekt der Debatte um den Iran und ich denke darüber nach, ob ich nicht doch gelegentlich aus meiner Sicht (und in der Hoffnung, nicht besserwisserisch zu wirken) die eine oder andere kleine Anmerkung beisteuern sollte.

Was ich meine?

Beispielsweise eine Geschichte bei SpOn von gestern über die Gefangennahme der 15 Briten. Kein Autorenbeitrag, sondern wie oft bei SpOn offensichtlich aus verschiedenen Agenturen zusammengeschrieben – gleichwohl in einem Stil, der suggeriert, dass hier ein wohlinformierter Iran-Kenner am Werk ist.

So weiß beispielsweise dieser Mr. Unbekannt zu berichten:

Im Lager von Präsident Mahmud Ahmadinedschad verdichteten sich die Anzeichen, das Mullah-Regime könnte einen Prozess wegen Spionage gegen die britischen Soldaten anstrengen.

Mal von der Wortwahl „Mullah-Regime“ abgesehen, die nicht unbedingt den Eindruck unparteilicher Berichterstattung erweckt (Ahmadinejad, dem bei SpOn gern eine zentrale Rolle in der iranischen Politik eingeräumt wird, ist nicht einmal ein Mullah): woher haben die das?

Gibt es irgendeine Quelle im „Lager von Ahmadinejad“, auf die SpOn sich berufen kann?

Herrn Unbekannt ist offensichtlich entgangen, dass das Präsidentenamt im Iran mit der ganzen Angelegenheit überhaupt nicht befasst ist. Die Entscheidungen werden von Militärs und von Nationalen Sicherheitsrat des Landes getroffen, in dem der Präsident einen Vertreter stellt.

Britische und arabische Medien berichteten zudem, Hardliner in Iran betrachten die von den Revolutionären Garden im Persischen Golf festgenommenen und nach Teheran verbrachten Männer und Frauen als Faustpfand, um eine ganze Reihe von Forderungen gegenüber dem Westen durchzusetzen. So sollten mit den Gefangenen mehrere Mitglieder der iranischen Revolutionsgarden freigepresst werden, die im Januar in der irakischen Stadt Erbil von US-Soldaten festgenommen worden waren. Radikale Gruppen in Iran forderten den Berichten zufolge zusätzlich, die Festgehaltenen erst freizulassen, wenn der Westen die gegen Iran verhängten Sanktionen aufhebt.

SpOn würde solche Meldungen aus britischen und arabischen Medien nicht erwähnen, wenn man sie nicht für glaubwürdig halten würde. Es sind aber nichts als Spekulationen, die sich inzwischen als falsch herausgestellt haben. Die iranische Seite hat erklärt, es gebe keinen Zusammenhang zu der Festnahme der fünf Iraner im Irak. Die Briten bestätigen, dass keine Forderungen nach einem Austausch gestellt wurden.

Rainer Hermann zitiert in der FAZ am letzten Sonntag die gleichen britischen und arabischen Meldungen:

Der Iran will die 15 festgenommenen britischen Soldaten offenbar gegen Iraner in amerikanischem Gewahrsam austauschen. Britische und arabische Medien berichteten übereinstimmend, Teheran wolle fünf Iraner und einen verschwundenen Geheimdienstler freibekommen, die im Januar in der irakischen Stadt Arbil von amerikanischen Soldaten festgenommen wurden.

Nun - s.o.

Die FAZ ersetzt die eigene Recherche noch mit der breiten Wiedergabe einer weiteren übernommenen Geschichte.

Die Entscheidung zu diesem Vorgehen fiel keineswegs spontan, als das britische Kriegsschiff sich iranischen Gewässern näherte, sondern bereits am 18. März.

An jenem Tag traf der Hohe Verteidigungsrats der Islamischen Republik zu einer außerordentlichen Sitzung zusammen. Grundlage war ein Bericht, den General Ghassem Soleimani, der Kommandeur der Ghods-Brigade, verfasst hatte. Die Ghods-Brigade ist eine nach Jerusalem benannte Spezialeinheit der Revolutionsgarde (Pasdaran). Er untersuchte die Folgen von zwei Vorfällen, die den iranischen Streitkräften erhebliches Kopfzerbrechen bereiten.

Bei den beiden Vorfällen soll es zum einen um die Festnahme der fünf Iraner in Arbil im Januar dieses Jahres und zum zweiten um das Verschwinden von Ali Reza Askari, „der als einer der wichtigsten Geheimdienstler der Ghods-Brigade im Irak gilt und der an früheren Waffenverhandlungen Irans maßgeblich beteiligt war“ gehen.

Dies ist die gleiche Geschichte, die schon die Sunday Times mangels eigener Kenntnisse aus al Sharq al Awsat übernommen hat. Die Quelle der in London erscheinenden arabischen Zeitung: ein Ungenannter, der den Revolutionäre Garden nahe stehen soll. Möglichkeiten, solch eine Geschichte sorgfältig gegen zu recherchieren: keine. Der Mittlere Osten ist spätestens seit 1001 Nacht für seine begabten Geschichtenerzähler bekannt.

Hermann hält gleichwohl diese Darstellung eines Unbekannten aus zweiter Hand für solide genug, um daraus eigene Schlussfolgerungen abzuleiten:

Vor diesem Hintergrund klingt die Rhetorik Teherans der letzten Tagen wenig glaubwürdig und klingt reichlich naiv. Der Sprecher des iranischen Außenministeriums Mohammad-Ali Hosseini prustete, es könne keine Rechtfertigung gegen, dass London keine Verantwortung für seine „feindliche britische Handlung“ übernehme. Er riet den Briten, ihren „Fehler“ einzugestehen anstatt weiter „irrelevante Deutungen“ für ihr Handeln zu liefern.

Zumindest versucht Hermann durch seine Wortwahl erst gar nicht eine sachliche Berichterstattung vorzutäuschen.

Daneben enthält sein Artikel eine Fülle von Fehlern und fragwürdigen Behauptungen:

Die Pasdaran sind zwar offiziell Teil der iranischen Streitkräfte …

Falsch. Sie sind eine Parallelorganisation, die direkt dem Revolutionsführer untersteht.

Am 7. Februar verschwand unmittelbar nach seiner Ankunft in Ankara Ali Reza Askari …

Nach allen Angaben verschwand er in Istanbul.

Zudem bilde die [Ghods-] Brigade, an deren Spitze einst der heutige Staatspräsident Ahmadineschad gestanden hatte, …

Wann soll das gewesen sein? Es gibt Behauptungen, er sei Mitglied dieser Brigade gewesen und während des Krieges gegen den Irak in der Gegend um Kirkuk gekämpft, für die aber keinerlei Belege existieren.

Ich denke, das reicht.

Um ehrlich zu sein, viel Spaß macht das nicht. Noch ein Grund, es nicht allzu oft zu tun.”

Quelle: mebb.de/iran-krise

Siehe auch: Verwenden Kriegberichterstatter Textbausteine? (@muslim-markt)

“Comical” Khalid’s “Geständnis” - Scheichegal / Wer ist der echteste Scheich?

Posted in Medien/Manipulation, Terror/Krieg by zweitrangig on the March 27th, 2007

Dass das “Geständnis” des Superterroristen Khalid Scheich Mohamed eine Farce ist, wurde in den halbwegs seriösen Medienberichten über sein Verhörprotokoll aus Guantanamo zumindest am Rand angemerkt. Mehr an Kritik an diesen terroristischen Schauprozessen und den USA ist offenbar nicht drin - zu sagen, dass es sich bei diesem KSM aller Wahrscheinlichkeit nach um eine Kunstfigur, ein Phantom, einen Buhmann handelt, der am Nasenring der Öffentlichkeit vorgeführt wird, könnte möglicherweise die transatlantischen Beziehungen stören.

Und natürlich die Motivation für den “war on terror”, der jetzt, wo Deutschland von Muselmanen quasi schon unterwandert ist, natürlich umso schärfer geführt werden muß. Schon warnt das EhNaMag, dass die Moslems planen, unsere Angie in eine Burka zu stecken und Münte nur noch mit Vollbart auftreten zu lassen. Da ist Gefahr im Verzug - also muß das Mekka-Monster auf die Titelseite.

Dass der islamistische Top-Terrorist und 9/11-Mastermind nicht der ist, als der er vorgeführt wird (wie dieser wirklich sehr empfehlenswerte Artikel deutlich macht);dass nicht nur sein Geständnis eine Farce ist, sondern die ganze 9/11-Aufklärung und der gesamte “war on terror”, der an dieser Nicht-Aufklärung hängt - geschenkt! Bzw. scheichegal!

Quelle: zweitausendeins/broeckers

“Wir werden sieben Länder in fünf Jahren ausschalten…”

Posted in Audio/Video, Iran-Krieg, Hinter den Kulissen, Terror/Krieg by antistaat on the March 25th, 2007

“Der Pentagon-Plan für einen 5 Jahre andauernden Feldzug schliesst insgesamt sieben Länder mit ein - angefangen mit dem Irak, dann Syrien, Libanon, Libyen, Somalia, Sudan und, abschliessend, Iran”. (Ein Beamter des Pentagon 2001, zitiert von General Wesley Clark)

Auszug aus einem Interview mit dem ehem. NATO-Oberbefehlshaber Clark vom 02.03.2007:

Quelle / Komplettes Interview als Text, Video, .mp3: democracynow.org

In seinem Buch “Winning Modern Wars” (S. 130) gibt General Clark folgendes wieder:

“Als ich im November 2001 durch das Pentagon zurücklief, hatte einer der älteren diensthabenden Militäroffiziere Zeit für eine Unterhaltung. Ja, wir sind nach wie vor dabei, gegen den Irak vorzugehen, sagte er. Aber da war noch mehr. Dies ist als ein Teil eines über fünf Jahre geplanten Feldzugs diskutiert worden, sagte er, und da gab es insgesamt sieben Länder, angefangen mit dem Irak, dann Syrien, Libanon, Libyen, Iran, Somalia und Sudan. […]
Er sagte es vorwurfsvoll – beinahe mit Fassungslosigkeit – angesichts der Tragweite dieser Vorstellung. Ich kam auf etwas anderes zu sprechen, weil ich davon nichts hören wollte. Und ich wollte auch nicht, dass es mit dieser Sache weiterging. […] Ich verliess das Pentagon an diesem Abend sehr beunruhigt.”

Gewiss, dies ist völlig identisch mit dem Masterplan der US-Neokonservativen, “Aufbau von Amerikas Verteidigung” (”Rebuilding Americas’s defenses“, .pdf), welcher vom Projekt für ein neues America (PNAC) im August 2000 veröffentlicht wurde.
Und wie auf der Webseite von PNAC (www.newamericancentury.org) nachzulesen ist, war die treibende Kraft dieses Plans Thomas Donnelly, ein Topmanager von Lockheed Martin – eine Firma, der der Krieg und sein Profitpotential gut bekannt ist…

Quelle: globalresearch.ca (Übersetzung Zeit-Fragen)

Siehe auch:

StopIranWar.com
Seezwischenfall erhöht Kriegsgefahr (oraclesyndicate.twoday.net)
USA schließen Militärschlag nicht mehr aus (welt.de)

Spekulationen um US-Angriff auf Iran: Russischer General erwartet Irak-Szenario

Posted in Iran-Krieg by antistaat on the March 24th, 2007

Das Pentagon plant einem russischen General zufolge demnächst einen massiven Luftangriff auf die militärische Infrastruktur des Irans.”Ich habe keine Zweifel, dass es eine Operation, genauer gesagt, eine gewaltsame Aktion gegen den Iran geben wird”, sagte der Vizepräsident der Akademie für geopolitische Wissenschaften, Generaloberst Leonid Iwaschow in einem RIA-Novosti-Interview.

Damit kommentierte er die Meldungen einiger Medien, dass das Pentagon eine militärische Operation gegen den Iran mit Codenamen “Bite” (”Biss”) vorbereite.

Das belege unter anderem die Konferenz des amerikanisch-israelischen Ausschusses für öffentliche Angelegenheiten (AIPAC), die im März stattfand, so Iwaschow. Der AIPAC hatte beschlossen, die Administration von George W. Bush zu unterstützen. Nach einigen Tagen rief der US-Kongress die Gesetzesänderung zurück, die dem Präsidenten verbieten sollte, Iran ohne Sanktion des Kongresses anzugreifen.

“Wir haben eindeutig den Schluss gezogen, dass die Operation stattfinden wird. Die israelische Gemeinde der USA und die israelische Führung, die auf der Konferenz vom Außenminister vertreten war, haben einen Angriff auf Iran nahe gelegt”, sagte Iwaschow.

Laut Iwaschow planen die USA keine Landoperation. “Höchstwahrscheinlich wird es keine Invasion an Land geben, sondern massive Luftangriffe mit dem Ziel, das militärische Widerstandspotential, die Verwaltungszentren, die wichtigsten Wirtschaftsobjekte und möglicherweise auch die iranische Führung oder einen Teil davon zu vernichten”, sagte Iwaschow.

Er hielt es für nicht ausgeschlossen, dass das Pentagon auch taktische kleinere Atomwaffen gegen die iranischen nuklearen Industrieobjekte anwenden könne.

Die Militäraktion könne das Leben im Lande lähmen, Panik bei der Bevölkerung hervorrufen und insgesamt eine Atmosphäre von Chaos und Unbestimmtheit im Lande schaffen, sagte der Experte.

“Das wird einen Machtkampf im Iran auslösen, und darauf folgt eine Friedensmission, um eine proamerikanische Regierung in Teheran an die Macht zu bringen”, sagte Iwaschow.

Ziel sei es, das Image der jetzigen republikanischen Administration auszupolieren. Sie werde erklären, dass sie das iranische Atompotential zerstört habe, sagte Iwaschow.

Als mögliche Konsequenz nannte der General eine Spaltung des Landes nach irakischem Beispiel und die nachfolgende Aufteilung des Nahen und Mittleren Ostens in kleinere Regionen. “Dieses Konzept hat bereits auf dem Balkan gewirkt und wird auch gegen den Großen Nahen Osten angewendet”, sagte Iwaschow.

“Moskau muss darauf Einfluss nehmen, indem es eine Eilsitzung des UN-Sicherheitsrates fordert, in der die Vorbereitung einer illegitimen Gewaltanwendung gegen den Iran und die Zerstörung der Grundsätze der UN-Charta behandelt werden”, sagte Iwaschow.

“Dabei könnte Russland mit China, Frankreich und den nichtständigen Mitgliedern des Sicherheitsrates zusammenarbeiten. Mit solchen zuvorkommenden Präventivaktionen müssen wir die Gewalt zurückhalten”, sagte Iwaschow.

Quelle: RIA Novosti

Siehe auch:

Blood borders - How a better Middle East would look

Iran berichtet über Geständnis britischer Seeleute

Posted in Iran-Krieg, Politik by antistaat on the March 24th, 2007

Die am Vortag im Persischen Golf von iranischen Militärs festgenommenen britischen Seeleute haben nach Angaben des iranischen Generalstabs gestanden, dass sie illegal in die iranischen Hoheitsgewässer eingedrungen seien.

“Die festgenommenen britischen Seeleute werden verhört, sie haben bereits gestanden, dass sie in die territorialen Hoheitsgewässer der Islamischen Republik Iran eingedrungen sind”, erklärte am Samstag der stellvertretende Generalstabschef der iranischen Streitkräfte, Aliser Afschar.

Quelle: RIA Novosti

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