Reinhard Mey - “Sei wachsam” (live)
Zum Jahresende ein kleines Lied - einfach zuhören und auf sich wirken lassen…
Text:
“Ein Wahlplakat zerrissen auf dem nassen Rasen,
Sie grinsen mich an, die alten aufgeweichten Phrasen,
Die Gesichter von auf jugendlich gemachten Greisen,
Die Dir das Mittelalter als den Fortschritt anpreisen.
Und ich denk’ mir, jeder Schritt zu dem verheiß’nen Glück
Ist ein Schritt nach ewig gestern, ein Schritt zurück.
Wie sie das Volk zu Besonnenheit und Opfern ermahnen,
Sie nennen es das Volk, aber sie meinen Untertanen.
All das Leimen, das Schleimen ist nicht länger zu ertragen,
Wenn du erst lernst zu übersetzen, was sie wirklich sagen:
Der Minister nimmt flüsternd den Bischof beim Arm:
Halt du sie dumm, — ich halt’ sie arm!Sei wachsam,
Präg’ dir die Worte ein!
Sei wachsam,
Fall nicht auf sie rein!Paß auf, daß du deine Freiheit nutzt,
Die Freiheit nutzt sich ab, wenn du sie nicht nutzt!
Sei wachsam,
Merk’ dir die Gesichter gut!
Sei wachsam,
Bewahr dir deinen Mut.
Sei wachsam
Und sei auf der Hut!Du machst das Fernsehen an, sie jammern nach guten, alten Werten.
Ihre guten, alten Werte sind fast immer die verkehrten.
Und die, die da so vorlaut in der Talk-Runde strampeln,
Sind es, die auf allen Werten mit Füßen rumtrampeln:
Der Medienmogul und der Zeitungszar,
Die schlimmsten Böcke als Gärtner, na wunderbar!
Sie rufen nach dem Kruzifix, nach Brauchtum und guten Sitten,
Doch ihre Botschaft ist nichts als Arsch und Titten.
Verrohung, Verdummung, Gewalt sind die Gebote,
Ihre Götter sind Auflage und Einschaltquote.
Sie biegen die Wahrheit und verdrehen das Recht:
So viel gute alte Werte, echt, da wird mir echt schlecht!Sei wachsam,
Präg’ dir die Worte ein!
Sei wachsam,
Fall nicht auf sie rein!Paß auf, daß du deine Freiheit nutzt,
Die Freiheit nutzt sich ab, wenn du sie nicht nutzt!
Sei wachsam,
Merk’ dir die Gesichter gut!
Sei wachsam,
Bewahr dir deinen Mut.
Sei wachsam
Und sei auf der Hut!Es ist ‘ne Riesenkonjunktur für Rattenfänger,
Für Trittbrettfahrer und Schmiergeldempfänger,
‘ne Zeit für Selbstbediener und Geschäftemacher,
Scheinheiligkeit, Geheuchel und Postengeschacher.
Und die sind alle hochgeachtet und sehr anerkannt,
Und nach den schlimmsten werden Straßen und Flugplätze benannt.
Man packt den Hühnerdieb, den Waffenschieber läßt man laufen,
Kein Pfeifchen Gras, aber ‘ne ganze Giftgasfabrik kannst du kaufen.
Verseuch’ die Luft, verstrahl’ das Land, mach ungestraft den größten Schaden,
Nur laß dich nicht erwischen bei Sitzblockaden!
Man packt den Grünfried, doch das Umweltschwein genießt Vertrau’n,
Und die Polizei muß immer auf die Falschen drauf hau’n.Sei wachsam,
Präg’ dir die Worte ein!
Sei wachsam,
Fall nicht auf sie rein!Paß auf, daß du deine Freiheit nutzt,
Die Freiheit nutzt sich ab, wenn du sie nicht nutzt!
Sei wachsam,
Merk’ dir die Gesichter gut!
Sei wachsam,
Bewahr dir deinen Mut.
Sei wachsam
Und sei auf der Hut!Wir ha’m ein Grundgesetz, das soll den Rechtsstaat garantieren.
Was hilft’s, wenn sie nach Lust und Laune dran manipulieren,
Die Scharfmacher, die immer von der Friedensmission quasseln
Und unterm Tisch schon emsig mit dem Säbel rasseln?
Der alte Glanz in ihren Augen beim großen Zapfenstreich,
Abteilung kehrt, im Gleichschritt marsch, ein Lied und heim ins Reich!
„Nie wieder soll von diesem Land Gewalt ausgehen!”
„Wir müssen Flagge zeigen, dürfen nicht beiseite stehen!”
„Rein humanitär natürlich und ganz ohne Blutvergießen!”
„Kampfeinsätze sind jetzt nicht mehr so ganz auszuschließen.”
Sie zieh’n uns immer tiefer rein, Stück für Stück,
Und seit heute früh um fünf Uhr schießen wir wieder zurück!Sei wachsam,
Präg’ dir die Worte ein!
Sei wachsam,
Fall nicht auf sie rein!Paß auf, daß du deine Freiheit nutzt,
Die Freiheit nutzt sich ab, wenn du sie nicht nutzt!
Sei wachsam,
Merk’ dir die Gesichter gut!
Sei wachsam,
Bewahr dir deinen Mut.
Sei wachsam
Und sei auf der Hut!Ich hab’ Sehnsucht nach Leuten, die mich nicht betrügen,
Die mir nicht mit jeder Festrede die Hucke voll lügen,
Und verschon’ mich mit den falschen Ehrlichen,
Die falschen Ehrlichen, die wahren Gefährlichen!
Ich hab’ Sehnsucht nach einem Stück Wahrhaftigkeit,
Nach ‘nem bißchen Rückgrat in dieser verkrümmten Zeit.
Doch sag die Wahrheit und du hast bald nichts mehr zu lachen,
Sie wer’n dich ruinier’n, exekutier’n und mundtot machen,
Erpressen, bestechen, versuchen, dich zu kaufen.
Wenn du die Wahrheit sagst, laß draußen den Motor laufen,
Dann sag sie laut und schnell, denn das Sprichwort lehrt:
Wer die Wahrheit sagt, braucht ein verdammt schnelles Pferd.Sei wachsam,
Präg’ dir die Worte ein!
Sei wachsam,
Fall nicht auf sie rein!Paß auf, daß du deine Freiheit nutzt,
Die Freiheit nutzt sich ab, wenn du sie nicht nutzt!
Sei wachsam,
Merk’ dir die Gesichter gut!
Sei wachsam,
Bewahr dir deinen Mut.
Sei wachsam
Und sei auf der Hut!”
Siehe auch:
- Video: Nein, meine Söhne gebe ich nicht @youtube
- Homepage: Reinhard Mey
“Kunst, Wahrheit & Politik”
Auszug aus der Nobelrede des Literaturnobelpreisträgers 2005, Harold Pinter, zum Thema “Kunst, Wahrheit & Politik”:
„Es gibt keine klaren Unterschiede zwischen dem, was wirklich und dem was unwirklich ist, genauso wenig wie zwischen dem, was wahr und dem was unwahr ist. Etwas ist nicht unbedingt entweder wahr oder unwahr; es kann beides sein, wahr und unwahr.“
Ich halte diese Behauptungen immer noch für plausibel und weiterhin gültig für die Erforschung der Wirklichkeit durch die Kunst. Als Autor halte ich mich daran, aber als Bürger kann ich das nicht. Als Bürger muss ich fragen: Was ist wahr? Was ist unwahr? (…)
(…) Politische Sprache, so wie Politiker sie gebrauchen, wagt sich auf keines dieser Gebiete, weil die Mehrheit der Politiker, nach den uns vorliegenden Beweisen, an der Wahrheit kein Interesse hat sondern nur an der Macht und am Erhalt dieser Macht. Damit diese Macht erhalten bleibt, ist es unabdingbar, dass die Menschen unwissend bleiben, dass sie in Unkenntnis der Wahrheit leben, sogar der Wahrheit ihres eigenen Lebens. Es umgibt uns deshalb ein weitverzweigtes Lügengespinst, von dem wir uns nähren.
Wie jeder der hier Anwesenden weiß, lautete die Rechtfertigung für die Invasion des Irak, Saddam Hussein verfüge über ein hoch gefährliches Arsenal an Massenvernichtungswaffen, von denen einige binnen 45 Minuten abgefeuert werden könnten, mit verheerender Wirkung. Man versicherte uns, dies sei wahr. Es war nicht die Wahrheit. Man erzählte uns, der Irak unterhalte Beziehungen zu al-Qaida und trage Mitverantwortung für die Gräuel in New York am 11. September 2001. Man versicherte uns, dies sei wahr. Es war nicht die Wahrheit. Man erzählte uns, der Irak bedrohe die Sicherheit der Welt. Man versicherte uns es sei wahr. Es war nicht die Wahrheit.
Die Wahrheit sieht völlig anders aus. Die Wahrheit hat damit zu tun, wie die Vereinigten Staaten ihre Rolle in der Welt auffassen und wie sie sie verkörpern wollen. (…)
(…) Jeder weiß, was in der Sowjetunion und in ganz Osteuropa während der Nachkriegszeit passierte: die systematische Brutalität, die weit verbreiteten Gräueltaten, die rücksichtslose Unterdrückung eigenständigen Denkens. All dies ist ausführlich dokumentiert und belegt worden.
Aber ich behaupte hier, dass die Verbrechen der USA im selben Zeitraum nur oberflächlich protokolliert, geschweige denn dokumentiert, geschweige denn eingestanden, geschweige denn überhaupt als Verbrechen wahrgenommen worden sind. Ich glaube, dass dies benannt werden muss, und dass die Wahrheit beträchtlichen Einfluss darauf hat, wo die Welt jetzt steht. Trotz gewisser Beschränkungen durch die Existenz der Sowjetunion, machte die weltweite Vorgehensweise der Vereinigten Staaten ihre Überzeugung deutlich, für ihr Handeln völlig freie Hand zu besitzen.
Die direkte Invasion eines souveränen Staates war eigentlich nie die bevorzugte Methode der Vereinigten Staaten. Vorwiegend haben sie den von ihnen sogenannten „Low Intensity Conflict“ favorisiert. „Low Intensity Conflict“ bedeutet, dass tausende von Menschen sterben aber langsamer als würde man sie auf einen Schlag mit einer Bombe auslöschen. Es bedeutet, dass man das Herz des Landes infiziert, dass man eine bösartige Wucherung in Gang setzt und zuschaut wie der Faulbrand erblüht. Ist die Bevölkerung unterjocht worden oder totgeprügelt es läuft auf dasselbe hinaus und sitzen die eigenen Freunde, das Militär und die großen Kapitalgesellschaften, bequem am Schalthebel, tritt man vor die Kamera und sagt, die Demokratie habe sich behauptet. Das war in den Jahren, auf die ich mich hier beziehe, gang und gäbe in der Außenpolitik der USA.
Die Tragödie Nicaraguas war ein hochsignifikanter Fall. Ich präsentiere ihn hier als schlagendes Beispiel für Amerikas Sicht seiner eigenen Rolle in der Welt, damals wie heute. (…)
(…) Die Vereinigten Staaten unterstützten die brutale Somoza-Diktatur in Nicaragua über 40 Jahre. Angeführt von den Sandinisten, stürzte das nicaraguanische Volk 1979 dieses Regime, ein atemberaubender Volksaufstand.
Die Sandinisten (…) machten sich daran, eine stabile, anständige, pluralistische Gesellschaft zu gründen. Die Todesstrafe wurde abgeschafft. Hunderttausende verarmter Bauern wurden quasi ins Leben zurückgeholt. Über 100.000 Familien erhielten Grundbesitz. Zweitausend Schulen entstanden. Eine äußerst bemerkenswerte Alphabetisierungskampagne verringerte den Anteil der Analphabeten im Land auf unter ein Siebtel. Freies Bildungswesen und kostenlose Gesundheitsfürsorge wurden eingeführt. Die Kindersterblichkeit ging um ein Drittel zurück. Polio wurde ausgerottet.
Die Vereinigten Staaten denunzierten diese Leistungen als marxistisch-leninistische Unterwanderung. Aus Sicht der US-Regierung war dies ein gefährliches Beispiel. Erlaubte man Nicaragua, elementare Normen sozialer und ökonomischer Gerechtigkeit zu etablieren, erlaubte man dem Land, den Standard der Gesundheitsfürsorge und des Bildungswesens anzuheben und soziale Einheit und nationale Selbstachtung zu erreichen, würden benachbarte Länder dieselben Fragen stellen und dieselben Dinge tun. Damals regte sich natürlich heftiger Widerstand gegen den in El Salvador herrschenden Status quo. (…)
(…) Die Vereinigten Staaten stürzten schließlich die sandinistische Regierung. Es kostete einige Jahre und beträchtliche Widerstandskraft, doch gnadenlose ökonomische Schikanen und 30.000 Tote untergruben am Ende den Elan des nicaraguanischen Volkes. Es war erschöpft und erneut verarmt. Die Casinos kehrten ins Land zurück. Mit dem kostenlosen Gesundheitsdienst und dem freien Schulwesen war es vorbei. Das Big Business kam mit aller Macht zurück. Die ‘Demokratie’ hatte sich behauptet.
Doch diese „Politik“ blieb keineswegs auf Mittelamerika beschränkt. Sie wurde in aller Welt betrieben. Sie war endlos. Und es ist, als hätte es sie nie gegeben.
Nach dem Ende des 2. Weltkriegs unterstützten die Vereinigten Staaten jede rechtsgerichtete Militärdiktatur auf der Welt, und in vielen Fällen brachten sie sie erst hervor. Ich verweise auf Indonesien, Griechenland, Uruguay, Brasilien, Paraguay, Haiti, die Türkei, die Philippinen, Guatemala, El Salvador und natürlich Chile. Die Schrecken, die Amerika Chile 1973 zufügte, können nie gesühnt und nie verziehen werden.
In diesen Ländern hat es Hunderttausende von Toten gegeben. Hat es sie wirklich gegeben? Und sind sie wirklich alle der US-Außenpolitik zuzuschreiben? Die Antwort lautet ja, es hat sie gegeben, und sie sind der amerikanischen Außenpolitik zuzuschreiben. Aber davon weiß man natürlich nichts.
Es ist nie passiert. Nichts ist jemals passiert. Sogar als es passierte, passierte es nicht. Es spielte keine Rolle. Es interessierte niemand. Die Verbrechen der Vereinigten Staaten waren systematisch, konstant, infam, unbarmherzig, aber nur sehr wenige Menschen haben wirklich darüber gesprochen. Das muss man Amerika lassen. Es hat weltweit eine ziemlich kühl operierende Machtmanipulation betrieben, und sich dabei als Streiter für das universelle Gute gebärdet. Ein glänzender, sogar geistreicher, äußerst erfolgreicher Hypnoseakt.
Ich behaupte, die Vereinigten Staaten ziehen die größte Show der Welt ab, ganz ohne Zweifel. Brutal, gleichgültig, verächtlich und skrupellos, aber auch ausgesprochen clever. Als Handlungsreisende stehen sie ziemlich konkurrenzlos da, und ihr Verkaufsschlager heißt Eigenliebe. Ein echter Renner. Man muss nur all die amerikanischen Präsidenten im Fernsehen die Worte sagen hören: „das amerikanische Volk“, wie zum Beispiel in dem Satz: „Ich sage dem amerikanischen Volk, es ist an der Zeit, zu beten und die Rechte des amerikanischen Volkes zu verteidigen, und ich bitte das amerikanische Volk, den Schritten ihres Präsidenten zu vertrauen, die er im Auftrag des amerikanischen Volkes unternehmen wird.“
Ein brillanter Trick. Mit Hilfe der Sprache hält man das Denken in Schach. Mit den Worten „das amerikanische Volk“ wird ein wirklich luxuriöses Kissen zur Beruhigung gebildet. Denken ist überflüssig. Man muss sich nur ins Kissen fallen lassen. Möglicherweise erstickt das Kissen die eigene Intelligenz und das eigene Urteilsvermögen, aber es ist sehr bequem. Das gilt natürlich weder für die 40 Millionen Menschen, die unter der Armutsgrenze leben, noch für die 2 Millionen Männer und Frauen, die in dem riesigen Gulag von Gefängnissen eingesperrt sind, der sich über die Vereinigten Staaten erstreckt.
Den Vereinigten Staaten liegt nichts mehr am low intensity conflict. Sie sehen keine weitere Notwendigkeit, sich Zurückhaltung aufzuerlegen oder gar auf Umwegen ans Ziel zu kommen. Sie legen ihre Karten ganz ungeniert auf den Tisch. Sie scheren sich einen Dreck um die Vereinten Nationen, das Völkerrecht oder kritischen Dissens, den sie als machtlos und irrelevant betrachten. (…)
(…) Ihre offiziell verlautbarte Politik definiert sich jetzt als „full spectrum dominance“. Der Begriff stammt nicht von mir sondern von ihnen. „Full spectrum dominance“ bedeutet die Kontrolle über Land, Meer, Luft und Weltraum, sowie aller zugehörigen Ressourcen.
Die Vereinigten Staaten besitzen, über die ganze Welt verteilt, 702 militärische Anlagen in 132 Ländern, mit der rühmlichen Ausnahme Schwedens natürlich. Wir wissen nicht ganz genau, wie sie da hingekommen sind, aber sie sind jedenfalls da.
Die Vereinigten Staaten verfügen über 8000 aktive und operative Atomsprengköpfe. Zweitausend davon sind sofort gefechtsbereit und können binnen 15 Minuten abgefeuert werden. Es werden jetzt neue Nuklearwaffensysteme entwickelt, bekannt als Bunker-Busters. Die stets kooperativen Briten planen, ihre eigene Atomrakete Trident zu ersetzen. Wen, frage ich mich, haben sie im Visier? Osama Bin Laden? Sie? Mich? Joe Dokes? China? Paris? Wer weiß das schon? Eines wissen wir allerdings, nämlich dass dieser infantile Irrsinn – der Besitz und angedrohte Einsatz von Nuklearwaffen – den Kern der gegenwärtigen politischen Philosophie Amerikas bildet. Wir müssen uns in Erinnerung rufen, dass sich die Vereinigten Staaten dauerhaft im Kriegszustand befinden und mit nichts zu erkennen geben, dass sie diese Haltung aufgeben.
Abertausende wenn nicht gar Millionen Menschen in den USA sind nachweislich angewidert, beschämt und erzürnt über das Vorgehen ihrer Regierung, aber so wie die Dinge stehen, stellen sie keine einheitliche politische Macht dar – noch nicht. Doch die Besorgnis, Unsicherheit und Angst, die wir täglich in den Vereinigten Staaten wachsen sehen können, werden aller Wahrscheinlichkeit nach nicht schwinden.
Ich weiß, dass Präsident Bush zahlreiche ausgesprochen fähige Redenschreiber hat, aber ich möchte mich freiwillig für den Job melden. Ich schlage folgende kurze Ansprache vor, die er im Fernsehen an die Nation halten kann. Ich sehe ihn vor mir: feierlich, penibel gekämmt, ernst, gewinnend, aufrichtig, oft verführerisch, manchmal mit einem bitteren Lächeln, merkwürdig anziehend, ein echter Mann.
„Gott ist gut. Gott ist groß. Gott ist gut. Mein Gott ist gut. Bin Ladens Gott ist böse. Er ist ein böser Gott. Saddams Gott war böse, wenn er einen gehabt hätte. Er war ein Barbar. Wir sind keine Barbaren. Wir hacken Menschen nicht den Kopf ab. Wir glauben an die Freiheit. So wie Gott. Ich bin kein Barbar. Ich bin der demokratisch gewählte Anführer einer freiheitsliebenden Demokratie. Wir sind eine barmherzige Gesellschaft. Wir gewähren einen barmherzigen Tod auf dem elektrischen Stuhl und durch barmherzige Todesspritzen. Wir sind eine große Nation. Ich bin kein Diktator. Er ist einer. Ich bin kein Barbar. Er ist einer. Und er auch. Die alle da. Ich besitze moralische Autorität. Seht ihr diese Faust? Das ist meine moralische Autorität. Und vergesst das bloß nicht.“
(…)
Quelle / vollständige Rede @ nobelprize.org
Siehe auch:
Der Deutschland-Clan - Jürgen Roths Abgesang auf die demokratische Kultur
Ausschnitt: Titel Thesen Temperamente
Thema: Der Deutschland-Clan - Jürgen Roths Abgesang auf die demokratische Kultur
Jürgen Roth. Seit Jahren ist er auf den Spuren von Mafia und Korruption. Doch was sucht er in diesem Frankfurter Tabakladen? Er sucht die Lieblingszigarre von Peter Hartz, dem einstigen VW-Personalvorstand. Eine „Montechristo“, wie Hartz sie auf VW-Kosten bestellte. Das Stück 12 Euro 50, ein Euro mehr als der Hartz IV–Tagessatz.
Jürgen Roth: “Das Besondere ist, dass sie Symbolcharakter hat. Sie rauchen auf der einen Seite dicke Zigarren, schlürfen Champagner und auf der anderen Seite verordnen sie Gesetze, die den Arbeitslosen in die Armut stürzen.”
Voll Zorn hat Jürgen Roth das Buch „Deutschland Clan“ geschrieben: Gemeint sind eine Reihe von Managern und Politikern, die das eigene Wohl, nicht aber das Gemeinwohl, verbindet. Peter Hartz, der einstige Kanzler-Berater, gibt in Roth’s Buch dabei nur eine traurige Randfigur ab. Dem Ex-Kanzler jedoch widmet Roth ein eigenes Kapitel: “Putin – Schröder, Gas und Öl. Die Hintergründe eines schillernden Netzwerkes.“ Gerhard Schröder, Aufsichtsratsvorsitzender der Pipeline-Tochtergesellschaft von Gasprom - war das nicht der Sozialdemokrat auf Seiten der Arbeitnehmer? …
..weiterlesen / Quelle: daserste
Siehe auch:
- http://www.juergen-roth.com
- Der Deutschland-Clan @amazon
Wirklich unabhängig?
Ausschnitt: ARD-Morgenmagazin
Thema: Die Verbindungen angeblich “unabhängiger” Experten zur Wirtschaft
Albrecht Müller im ARD-Morgenmagazin: Wirklich unabhängig?
Wie so viele aktuelle Probleme ist auch das Thema Rente und deren Reform ein komplizierter Stoff. Da holt man sich gerne die Meinung unabhängiger Experten ein. Aber: wie unabhängig sind diese Experten wie z.B. der so genannte „Wirtschaftsweise“ Bert Rürup wirklich?
Dazu der Autor Albrecht Müller.
Linktip: Albrecht Müller’s http://www.nachdenkseiten.de/
Siehe auch:
- Buchtip: “Machtwahn” von Albrecht Müller @mein-parteibuch
- Gehirnwäsche der Sonderklasse @telepolis
- DLF „Zwischentöne“ als Audio – Ein Experiment bei den NachDenkSeiten
Eine Tüte Buntes…
Links zu aktuellen Artikeln diverser Themenbereiche, thematisch bunt gemischt und doch mit rotem Faden.
In seinem Blog Schall und Rauch schrieb Freeman bereits im Juli einen gelungenen Artikel zum Thema Medien unter der Überschrift “Goebbels wäre stolz“:
Das wirkliche Problem ist diese hydraköpfige Medienhure. Das wirkliche Problem ist wer kontrolliert das Aussehen, den Inhalt und den Fluss der Information und dadurch die Wahrnehmung der Realität. Goebbels war Meister darin und wäre tatsächlich sehr stolz über was heute abgeht…
..der ganze Text ist hier zu finden.
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Ein Beispiel für solche manipulativen Berichterstattungen findet sich regelmässig in allen Medien, nämlich der monatliche Bericht der BA zur jeweils aktuellen Arbeitslosenstatistik. Zur Arbeitslosenstatistik November findet sich ein informative Analyse auf indymedia:
Viele Medien werden der Versuchung nicht widerstehen und die niedrigsten Arbeitslosenzahlen seit x Jahren oder gar seit Frau Merkels Geburt verkünden.
Die Darstellung eines Vergleich der Arbeitslosenzahlen vor 2005, der vor der neu Definition der Arbeitslosigkeit durch das SGB II ab 2005 ansetzt, ist meines Erachtens unsachgemäß. Die Daten zu den Arbeitslosenzahlen werden seit der Reform des SGB II in den BA Berichten verkürzt wiedergegeben und von der Politik und vielen Medien einseitig tendenziös interpretiert. Die Frage ist; finanziert die Wirtschaft den *Aufschwung* am Arbeitsmarkt mit existenzsichernden Arbeitsplätzen oder wird der *Aufschwung* am Arbeitsmarkt durch Arbeitsplätze mit ergänzenden ALG II durch Steuern finanziert? Viele Medien suggerieren mit multimedialen “Jubelmeldungen“ einen Erfolg der Reformen am Arbeitsmarkt…
..hier gehts zum ganzen Artikel.
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Eine interessante Betrachtung des “bizarren Schauspiels um einen Teddybären, der „Muhammad“ heißen sollte” findet sich in diesem Beitrag vom Muslim-Markt unter der Überschrift “Der Wahnsinn einen Teddybären zu entführen“:
…kaum jemand geht darauf ein, dass dieser Wahnsinn von viel zu vielen Beteiligten auf allen Seiten erwünscht ist und gefördert wird!
Die Geschichte ist eigentlich so banal, dass man sich nur wundern kann, wie sie den Weg in die Weltpresse gefunden hat: Eine britische christliche Lehrerein auf einer christlichen Schule im Sudan fragt einen minderjährigen muslimischen Schüler, wie er seinen Teddybären nennen will. Dieser wünscht sich den Namen „Muhammad“, und die Lehrerin stimmt dem zu.
Was aber dann geschieht, kann nur noch mit dem Begriff „Wahnsinn“ umschrieben werden; Wahnsinn auf fast allen beteiligten Seiten, Wahnsinn in den Herzen und Köpfen so vieler Menschen, Wahnsinn unter Christen und Muslimen und vor allem Wahnsinn in den Köpfen so vieler Journalisten und Politiker!..
..weiterlesen @ Muslim-Markt.
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Ein weiteres Beispiel für unkritische, und daher unvollständige Berichterstattung des Mainstreams am Beispiel 9/11 - “Flugbenzin hat die Türme nicht zerstört“:
Es gibt immer noch Leute, die der offiziellen Geschichte glauben, das Kerosin aus den Flugzeugen hätte die grössten Gebäude der Welt zum Einsturz gebracht und in Staub verwandelt. Um zu begreifen, dass so was unmöglich ist, zeige ich mal die Grössenverhältnisse mit diesem Bild…
..zu finden ebenfalls auf Schall und Rauch.
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Ein kurzer aber anregender Beitrag zur “Matrix-Debatte” findet sich auf Radio-Utopie unter “Wie der Film namens Realität produziert wird“:
..Unser Gehirn ist eine Art Decoder, Sender und Empfänger.
Wir funken ständig und empfangen ständig.
Schwingungen die in einen bestimmten Frequenzbereich liegen, stellen unsere Welt, Realität, Wahrheit dar.
Tatsächlich empfangen wir nur ca 10% der gesammten Frequenzen, die restlichen 90% liegen damit außerhalb unserer Wahrnehmung; sind aber natürlich dennoch vorhanden.
Ähnlich wie ein TV-Gerät nur den Sender empfängt den man grade eingeschaltet hat… die übrigen 30 Programme laufen aber dennoch weiter.
..kann hier weitergelesen werden.
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Weitere “Belanglosigkeiten”:
- - “Der größte Drogenfund aller Zeiten“
- - “Strahlender Tabak“
- - “Euro-Münzen setzen Unmengen Nickel frei“
- - “Von der Iran-Krise zum Weltkrieg ist es nicht weit“
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Abschliessend noch ein Filmtip: “Zeitgeist - The Movie (deutsche Version)”
Dazu ein Kommentar von bavaria-for-ron-paul:
..wer immer sofort “Verschwörungstheorie” ruft, wenn eine Nachricht nicht vorher in der Tagesschau war, oder Geschichtsschreibung erst dann für seriös hält, wenn Guido Knopp sie äußert, der sollte sich den Film sparen oder er wird heiser. Auch für religiöse Menschen ist er vermutlich eine Zumutung. Alle anderen werden viele interessante Dinge erfahren. Der Themenreigen geht von Religionen (speziell die Hintergründe des Christentums) über allerlei Verschwörungshypothesen und -fakten (die Golf von Tonkin-Episode ist ja so ein Beispiel für eine Verschwörungtheorie, die lautlos zum akzeptierten Allgemeinwissen mutiert ist). Auch die FED bekommt ´mal wieder ihr Fett weg.
Manchmal geht der Film mir etwas zu sehr in Richtung Michael Moore, bei dem der emotionale Effekt ja auch oft vor der journalistischen Akkuratesse den Vorrang hat. So ist z.B. im letzten Drittel des Filmes eine Rede von JFK zu hören, die wahrhaft unglaublich klingt und die Hypothese einer globalen Verschwörung untermauern soll. Dankenswerterweise geben die Autoren auf ihrer Homepage die Quellen an und wer sich die Rede von Kennedy im Original durchliest, wird feststellen, daß er eigentlich die Russen/Kommunisten im Kalten Krieg adressierte (und dabei die US-Presse zu “patriotischer Geheimhaltung” aufrief…).
“Zeitgeist - The Movie” (deutsche Version)
Gegliedert in drei Abschnitte bietet diese knapp 2-stündige Dokumentation interessante und wichtige Informationen zu den Bereichen Religion/Christentum, Politik/9-11 und Wirtschaft/FED.
Im ersten Abschnitt “Die größte Geschichte aller Zeiten” wird gezeigt wie dieser Mythos entstand, was die Hintergründe dazu sind und welche Auswirkungen dieser Mythos auf die Menschheit hat.
Der zweite Abschnitt “Die ganze Welt ist eine Bühne” zeigt Mythos und Wahrheit um die Terroranschläge am 11. September 2001, außerdem weitere regierungsgesponsorte Terroranschläge.
Abschnitt drei “Achtet nicht auf die Männer hinter dem Vorhang” zeigt am Beispiel des Federal Reserve Systems wie ein Zentralbanksystem funktioniert und wie Bankiers durch Finanzierung beider Seiten durch Kriege profitieren. Außerdem wird der uns umgebende Zeitgeist als das entlarvt was er ist: angstbasierte Manipulation.
Siehe auch:
Ein Stück Rechtsstaat wird abgeschafft - und kaum jemand merkt es
Nordrhein-Westfalens Innenminister Wolf führt eine Abschreckungsgebühr ein, damit sich Bürger weniger häufig gegen bürokratische Fehlentscheidungen wehren
Im November wurde in Nordrhein-Westfalen still und heimlich das Widerspruchsverfahren in den meisten Verwaltungsbereichen abgeschafft. Vor dem Inkrafttreten wurde die unter dem grob irreführenden Namen “Bürokratieabbaugesetz II” verpackte Gesetzesänderung praktisch nicht öffentlich debattiert – weder von regionalen noch von überregionalen Medien.
Mit der neuen Regelung kehrt ein Stück Obrigkeitsstaat zurück: wer sich beschweren will, muss erst einmal zahlen. Und nicht zu knapp. Selbst wenn die Behörde ganz offensichtliche Fehler gemacht hat. Das schreckt ab – und das soll offenbar auch abschrecken. Ein anderer Zweck der Abschaffung des bewährten Verfahrens ist nämlich schwer denkbar, auch wenn die Regelung in ein Gesetz mit dem irreführenden Namen “Bürokratieabbaugesetz II” verpackt wurde. Tatsächlich handelt es sich nicht um den Abbau von Bürokratie, sondern um den Abbau von Rechtsstaat – und um eine gehörige Stärkung der Macht der Bürokratie…
..ganzer Artikel / Quelle: telepolis


