Bibel und Koran - Wie ähnlich sich die Heiligen Schriften sind
Die einen stellen die Botschaft des menschgewordenen Sohn Gottes, Jesus Christus, in den Mittelpunkt. Die anderen stützen ihren Glauben auf die Lehren des Propheten Mohammed. Doch trotz vieler Unterschiede haben die beiden großen Weltreligionen, das Christentum und der Islam, mehr gemeinsam, als oft angenommen wird.
Vor allem orientieren sich die Gläubigen beider Religionen jeweils an einer Heiligen Schrift: Für die Christen ist es die Bibel, für die Muslime der Koran. Beide Bücher sind jahrtausendealte Schriften. Doch ihre Botschaft ist nicht immer ganz eindeutig, weshalb ihre Inhalte auch zum Teil unterschiedlich ausgelegt werden.
Die Texte des Alten und des Neuen Testaments stammen aus der Zeit zwischen 600 vor und 500 nach Christus. Der Koran wurde dagegen später verfasst: Seine Verse entstanden mehr als 100 Jahre nach den jüngsten Texten der Bibel.
Bibel und Koran - Gebote des einen Gottes
Nach muslimischem Glauben hat Mohammed auf dem Berg Hira in der Wüste der arabischen Halbinsel, nahe Mekka, eine Begegnung mit dem Engel Gabriel gehabt. Dieselbe Gestalt wird von den Christen als der Erzengel Gabriel verehrt. Mohammed erhält von dem Engel die Botschaft Allahs. Sie besagt, dass Allah der einzige Gott ist und Mohammed sein Prophet. Dies war die Geburtsstunde des Islam. Die Botschaft des Engels gibt Mohammed im Laufe seines Lebens an diverse Autoren des Korans weiter, er selbst ist vermutlich Analphabet gewesen. Nach dem Tod des Propheten wurden die Texte in Abschnitten, so genannten Suren, zusammengefasst.
Die Bibel existiert zu dieser Zeit bereits. Sie und der Koran haben dieselben Wurzeln, viele ihrer Geschichten ähneln sich. Beide Bücher berichten über Jesus, Moses, Johannes den Täufer sowie zahlreiche Menschen und Ereignisse aus dem jüdischen Talmud.
Zwei Varianten des Sündenfalls
Beide Lehren kennen nur einen Gott, der gleichzeitig der Schöpfer der Welt ist. Sowohl in der Bibel als auch im Koran erschafft Gott das Licht, das Wasser, die Pflanzen, die Tiere und schließlich den Menschen.
Die Beschreibung des Sündenfalls ähnelt sich in beiden Büchern sehr. Sowohl Koran als auch Bibel berichten von Adam und Eva. Allerdings überredet in der Bibel die Schlange Eva zum Essen der verbotenen Frucht. Danach verführt Eva Adam zur Sünde. In der Bibel hat also die Frau zuerst gesündigt. Ein wenig anders erzählt der Koran dieselbe Geschichte: Nicht Eva verführt Adam, sondern Satan selbst. Er bringt Mann und Frau gleichzeitig zu Fall. Anders als in der Bibel ist Eva nicht die Verführerin, sondern die – gleichberechtigte – Verführte.
Eine weitere Parallele zwischen beiden Büchern ist die Tatsache, dass Moses für Christen und Muslime ein wichtiger Gesandter Gottes und eine Schlüsselfigur ist: Er überbringt den Gläubigen beider Religionen die zehn Gebote Gottes. Jene Grundwerte verbinden Islam, Christentum und das Judentum unwiderruflich.
Bibel und Koran - Grundgedanke der Nächstenliebe
Auch Jesus taucht sowohl in der Bibel als auch im Koran auf. Für die Christen ist er der menschgewordene Sohn Gottes, der vom Tode auferstand und in den Himmel fuhr. Im Koran nimmt Jesus ebenfalls eine zentrale Rolle ein – als Prophet und Vertreter des Evangeliums. Daneben sind in beiden Büchern solche angeblichen göttlichen Wunder wie Marias Empfängnis und die Jungfrauengeburt überliefert.
Rechtfertigt der Koran Gewalt?
Vor allem ähneln sich die Botschaften von Bibel und Koran in ihren Grundgedanken. Nächstenliebe und Fürsorge spielen dabei eine tragende Rolle. Die Menschen sollen sich gegenseitig kein Leid zufügen und einander respektieren. Das Problem: Beide Bücher lassen sich jeweils auch unterschiedlich auslegen. Beispielsweise rechtfertigen islamitische Fundamentalisten ihre Gewalttaten mit Stellen aus dem Koran. Derjenige, der in Allahs Namen einen Krieg geführt hat, stehe bei Gott in höherem Ansehen und komme ins Paradies – so heißt es in einer Sure des Korans, die allerdings auf mehrere Arten gedeutet werden kann. Ist dieser Satz tatsächlich eine göttliche Rechtfertigung für Gewalt? Um die Aussage richtig einschätzen zu können, muss man auf die Geschichte des Islam zurückblicken. Auslöser für die Sure ist die Situation der jungen muslimischen Gemeinde vor 1400 Jahren.
Die Schlacht bei Badr
In der Schlacht bei Badr kämpften die Muslime gegen das herrschende Volk der Mekkaner. Denen missfiel die damals neue Lehre Mohammeds, dass es nur einen Gott gäbe. Denn sie selbst verehrten zu jener Zeit mehr als 360 Götter. Die religiösen Oberhäupter Mekkas sahen Mohammed und seine Anhänger als Bedrohung ihres Polytheismus an und vertrieben sie auf brutale Weise aus der Stadt. Die Muslime flohen durch die Wüste nach Medina, beratschlagten dort und fassten den Entschluss, sich gegen die Mekkaner zur Wehr zu setzen. Allah, so glaubten sie, würde diese Selbstverteidigung unterstützen. Im Koran wird von dieser Begebenheit berichtet.
Heute dient diese Koranstelle religiösen Extremisten oft als Rechtfertigung für ihren „Heiligen Krieg“. Allerdings widerspricht diese Interpretation dem Grundgedanken der Selbstverteidigung – und steht somit im Widerspruch zu den Lehren Mohammeds.
Quelle: weltderwunder.de
Proteste in Tibet - Polizei setzt Tränengas gegen Mönche ein
Mit Tränengas gegen Geistliche: In Tibet sind paramilitärische Einheiten mit Gewalt gegen protestierende buddhistische Mönche vorgegangen. Die Demonstranten hatten sich für die Unabhängigkeit Tibets und die Freilassung ihrer Glaubensbrüder eingesetzt.
Peking - Der Einsatz war massiv: Die chinesische Polizei ist in Tibet laut einem Medienbericht gegen einen Protestmarsch buddhistischer Mönche vorgegangen. Paramilitärische Einheiten setzten gestern Tränengas gegen 500 bis 600 Mönche aus dem Sera-Kloster in Lhasa ein, die für die Freilassung von neun am Vortag festgenommenen Mönchen aus ihrem Kloster demonstrierten, berichtete heute der Radiosender Free Asia (RFA).
Am Montag waren Hunderte tibetische Mönche zum 49. Jahrestag des missglückten Tibeter-Aufstands gegen China und der Flucht des Dalai Lamas ins Exil nach Indien auf die Straße gegangen und von der Polizei gestoppt worden. Viele seien festgenommen worden.
Bei ihrer Kundgebung gestern riefen die Demonstranten Parolen für die Unabhängigkeit Tibets und forderten die Freilassung der festgenommenen Mönche, hieß es. In der Nähe einer Polizeistation sei der Marsch gestoppt worden. “Es waren wahrscheinlich mehrere tausend bewaffnete Polizisten”, zitierte RFA Augenzeugen. Inzwischen soll auch ein Protestmarsch von rund hundert Exil-Tibetern aus Indien in ihre Heimat gestoppt worden sein, berichteten indische Medien. Teilnehmer sagten am Telefon allerdings, dass sie in Begleitung von viel Polizei weiterhin unterwegs seien.
Bei den Protesten am Montag in Lhasa waren rund 300 Mönche aus dem Drepung-Kloster auf dem Weg ins Stadtzentrum aufgehalten worden. Bis zu 60 Mönche sollen laut Radiobericht festgenommen worden sein. Elf weitere Protestler, darunter die neun Mönche aus dem Sera-Kloster, seien ebenfalls abgeführt worden.
Die chinesische Regierung kritisierte Sympathien für tibetische Unabhängigkeitsbestrebungen: Die Tibet-Frage betreffe Chinas Souveränität und die territoriale Integrität, sagte Außenminister Yang Jiechi am Rande der Jahrestagung des Nationalen Volkskongresses in Peking. “Das ist keine religiöse oder ethnische Angelegenheit.”
Jüngst habe auch die deutsche Regierung deutlich gemacht, dass sie Tibet als Teil Chinas anerkenne. “Wir hoffen, dass mehr und mehr Länder sich in diese Richtung bewegen und mehr und mehr Menschen das Komplott des Dalai Lamas durchschauen, China zu spalten”, sagte Yang Jiechi über das religiöse Oberhaupt der Tibeter.Ministeriumssprecher Qin Gang beschuldigte den Dalai Lama laut chinesischem Staatsfernsehen einer “Verzerrung der Tatsachen”. Aus dem Exil im indischen Dharamsala hatte der Friedensnobelpreisträger China zuvor für eine Verschlechterung der Menschenrechtslage im besetzten Tibet verantwortlich gemacht.
Quelle:www.spiegel.de
Privat in die Pleite
Weltweit zeigt sich, daß der Ausverkauf öffentlichen Eigentums jene Probleme schafft, die er zu bekämpfen vorgibt. Inzwischen wird vielerorts zurückgerudert – selbst im neoliberalen Musterland Neuseeland
Ausgerechnet der Deutsche Beamtenbund war es, der genauer wissen wollte, was die Deutschen von der Privatisierung halten. Selbst den privilegierten Staatsdienern mit ihren sicheren Arbeitsplätzen wird es nun zu eng: Das gekürzte Weihnachts- und Urlaubsgeld, die jahrelange Stagnation bei den Gehältern, die verlängerte Arbeitszeit und die ständig wachsende Mehrarbeit wegen des Stellenabbaus im öffentlichen Dienst – das geht an die ökonomische Substanz. Außerdem geht den Beamten die ständige Kritik, daß Private alles besser können, auf die Nerven.
Um der Forderung nach kräftiger Gehaltserhöhung, die dieses Mal zudem gemeinsam mit ver.di erhoben wird, mehr Nachdruck zu verleihen, beauftragte der Beamtenbund das Meinungsforschungsinstitut forsa mit einer Umfrage zum Thema Privatisierung. Danach bewertet die Hälfte der Bevölkerung ihre Erfahrungen als negativ. Vor allem an der Bahn und den Energiekonzernen entzündet sich die Kritik. Nur der Staat, so meinen gegenwärtig 58 Prozent der Befragten, könne flächendeckende Versorgung und angemessene Preise garantieren. Nur 16 Prozent sprechen sich für weitere Privatisierungen aus. Das ist eine Kehrtwendung gegenüber dem Privatisierungsglauben, der in den 90er Jahren vorherrschte.
Die Bevölkerung werde unruhig, sagt der Vorsitzende des Beamtenbunds, Peter Heesen. Monopole wie bei Müllentsorgung und Energie treiben die Preise hoch. »Bei der Fleischkontrolle haben wir schlimme Erfahrungen machen müssen. Man muß überprüfen, ob die Privatisierungen der letzten Jahre überhaupt richtig waren«, wird er im Kölner Stadt-Anzeiger vom 8. Januar 2008 zitiert.
Auch der Verband der Kommunalen Unternehmen (VKU), der bisher eine unentschiedene Haltung einnahm, wacht auf. Er ließ ebenfalls eine Umfrage durchführen: Was halten die Deutschen davon, die Trinkwasserversorgung zu privatisieren? Hier fanden die Politikforscher von Infratest dimap heraus: Mehr als drei Viertel lehnen eine Übernahme durch Privatunternehmen ab, nur 13 Prozent sehen sie positiv. Auch das ist ein dramatischer Stimmungsumschwung; nur zwei Jahre zuvor hatte der ohnehin schon stark geschmolzene Anteil der Privatisierungsanhänger noch 24 Prozent betragen.
Andreas Schirmer, VKU-Vizepräsident, erklärte zu dem Ergebnis in einer Pressemitteilung vom 28. Januar 2008: »Kommunale Unternehmen stehen in der Trinkwasserversorgung für hohe Qualität und Versorgungssicherheit zu einem wirtschaftlichen Preis. Und diesen Ruf müssen wir uns täglich neu bei den Bürgern verdienen.« Aufschlußreich: Schirmer ist Geschäftsführer der Kommunalen Wasserwerke Leipzig. Der Fachmann hat Einsichten, die seinen Vorgesetzten – den »Privatisierungsfundis« der Stadt Leipzig, den »Verantwortlichen« wie Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) – abgehen: Sie wollten die Stadtwerke Leipzig verkaufen und konnten am 27. Januar 2008 nur durch einen Bürgerentscheid (vorläufig) gestoppt werden. Selbstverständlich kam er für sie »überrraschend«.
Wer sein Ohr am Volk hat, konnte diese Abstimmungs- und Umfrageergebnisse erwarten. Die Stimmung in der Bevölkerung kippt, aber es gehört zur routinemäßigen Herrschaftsleistung unserer »Volksparteien« und Großmedien, das (scheinbar) nicht wahrzunehmen.
Überall ist der Durchmarsch der neoliberalen Privatisierer ins Stocken geraten. Nirgendwo sind ihre Versprechen erfüllt worden, im Gegenteil. Um es für Deutschland zu skizzieren – aber woanders sieht es ähnlich aus: Die öffentlichen Haushalte sind keineswegs saniert. Investoren gehen in Insolvenz oder werden mit staatlichen »Sanierungshilfen« gepäppelt (z. B. ostdeutsche Kläranlagen, Warnow- und Travetunnel, Rathaus Gelsenkirchen). Statt Wettbewerb breiten sich preistreibende Monopole aus (Strom, Gas, Wasser, Abwasser), Preise und Gebühren steigen auch in anderen Bereichen (Bahn, Stadtwerke, Müllentsorgung), private Zuzahlungen und Zusatzversicherungen verteuern die Leistungen (Renten, Krankheitsbehandlungen, Hochschulbesuch, Schulbücher), in Bahnhöfen wird Pinkelgebühr erhoben, »Heuschrecken« erhöhen die Mieten in Dresden und anderen Städten. Vor allem: Arbeitslosigkeit und Niedriglöhnerei sind eine Systemfolge der Privatisierung….
Quelle/weiterlesen…: www.jungewelt.de
Eine Tüte Buntes…
Links zu aktuellen Artikeln diverser Themenbereiche, thematisch bunt gemischt und doch mit rotem Faden.
In seinem Blog Schall und Rauch schrieb Freeman bereits im Juli einen gelungenen Artikel zum Thema Medien unter der Überschrift “Goebbels wäre stolz“:
Das wirkliche Problem ist diese hydraköpfige Medienhure. Das wirkliche Problem ist wer kontrolliert das Aussehen, den Inhalt und den Fluss der Information und dadurch die Wahrnehmung der Realität. Goebbels war Meister darin und wäre tatsächlich sehr stolz über was heute abgeht…
..der ganze Text ist hier zu finden.
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Ein Beispiel für solche manipulativen Berichterstattungen findet sich regelmässig in allen Medien, nämlich der monatliche Bericht der BA zur jeweils aktuellen Arbeitslosenstatistik. Zur Arbeitslosenstatistik November findet sich ein informative Analyse auf indymedia:
Viele Medien werden der Versuchung nicht widerstehen und die niedrigsten Arbeitslosenzahlen seit x Jahren oder gar seit Frau Merkels Geburt verkünden.
Die Darstellung eines Vergleich der Arbeitslosenzahlen vor 2005, der vor der neu Definition der Arbeitslosigkeit durch das SGB II ab 2005 ansetzt, ist meines Erachtens unsachgemäß. Die Daten zu den Arbeitslosenzahlen werden seit der Reform des SGB II in den BA Berichten verkürzt wiedergegeben und von der Politik und vielen Medien einseitig tendenziös interpretiert. Die Frage ist; finanziert die Wirtschaft den *Aufschwung* am Arbeitsmarkt mit existenzsichernden Arbeitsplätzen oder wird der *Aufschwung* am Arbeitsmarkt durch Arbeitsplätze mit ergänzenden ALG II durch Steuern finanziert? Viele Medien suggerieren mit multimedialen “Jubelmeldungen“ einen Erfolg der Reformen am Arbeitsmarkt…
..hier gehts zum ganzen Artikel.
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Eine interessante Betrachtung des “bizarren Schauspiels um einen Teddybären, der „Muhammad“ heißen sollte” findet sich in diesem Beitrag vom Muslim-Markt unter der Überschrift “Der Wahnsinn einen Teddybären zu entführen“:
…kaum jemand geht darauf ein, dass dieser Wahnsinn von viel zu vielen Beteiligten auf allen Seiten erwünscht ist und gefördert wird!
Die Geschichte ist eigentlich so banal, dass man sich nur wundern kann, wie sie den Weg in die Weltpresse gefunden hat: Eine britische christliche Lehrerein auf einer christlichen Schule im Sudan fragt einen minderjährigen muslimischen Schüler, wie er seinen Teddybären nennen will. Dieser wünscht sich den Namen „Muhammad“, und die Lehrerin stimmt dem zu.
Was aber dann geschieht, kann nur noch mit dem Begriff „Wahnsinn“ umschrieben werden; Wahnsinn auf fast allen beteiligten Seiten, Wahnsinn in den Herzen und Köpfen so vieler Menschen, Wahnsinn unter Christen und Muslimen und vor allem Wahnsinn in den Köpfen so vieler Journalisten und Politiker!..
..weiterlesen @ Muslim-Markt.
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Ein weiteres Beispiel für unkritische, und daher unvollständige Berichterstattung des Mainstreams am Beispiel 9/11 - “Flugbenzin hat die Türme nicht zerstört“:
Es gibt immer noch Leute, die der offiziellen Geschichte glauben, das Kerosin aus den Flugzeugen hätte die grössten Gebäude der Welt zum Einsturz gebracht und in Staub verwandelt. Um zu begreifen, dass so was unmöglich ist, zeige ich mal die Grössenverhältnisse mit diesem Bild…
..zu finden ebenfalls auf Schall und Rauch.
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Ein kurzer aber anregender Beitrag zur “Matrix-Debatte” findet sich auf Radio-Utopie unter “Wie der Film namens Realität produziert wird“:
..Unser Gehirn ist eine Art Decoder, Sender und Empfänger.
Wir funken ständig und empfangen ständig.
Schwingungen die in einen bestimmten Frequenzbereich liegen, stellen unsere Welt, Realität, Wahrheit dar.
Tatsächlich empfangen wir nur ca 10% der gesammten Frequenzen, die restlichen 90% liegen damit außerhalb unserer Wahrnehmung; sind aber natürlich dennoch vorhanden.
Ähnlich wie ein TV-Gerät nur den Sender empfängt den man grade eingeschaltet hat… die übrigen 30 Programme laufen aber dennoch weiter.
..kann hier weitergelesen werden.
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Weitere “Belanglosigkeiten”:
- - “Der größte Drogenfund aller Zeiten“
- - “Strahlender Tabak“
- - “Euro-Münzen setzen Unmengen Nickel frei“
- - “Von der Iran-Krise zum Weltkrieg ist es nicht weit“
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Abschliessend noch ein Filmtip: “Zeitgeist - The Movie (deutsche Version)”
Dazu ein Kommentar von bavaria-for-ron-paul:
..wer immer sofort “Verschwörungstheorie” ruft, wenn eine Nachricht nicht vorher in der Tagesschau war, oder Geschichtsschreibung erst dann für seriös hält, wenn Guido Knopp sie äußert, der sollte sich den Film sparen oder er wird heiser. Auch für religiöse Menschen ist er vermutlich eine Zumutung. Alle anderen werden viele interessante Dinge erfahren. Der Themenreigen geht von Religionen (speziell die Hintergründe des Christentums) über allerlei Verschwörungshypothesen und -fakten (die Golf von Tonkin-Episode ist ja so ein Beispiel für eine Verschwörungtheorie, die lautlos zum akzeptierten Allgemeinwissen mutiert ist). Auch die FED bekommt ´mal wieder ihr Fett weg.
Manchmal geht der Film mir etwas zu sehr in Richtung Michael Moore, bei dem der emotionale Effekt ja auch oft vor der journalistischen Akkuratesse den Vorrang hat. So ist z.B. im letzten Drittel des Filmes eine Rede von JFK zu hören, die wahrhaft unglaublich klingt und die Hypothese einer globalen Verschwörung untermauern soll. Dankenswerterweise geben die Autoren auf ihrer Homepage die Quellen an und wer sich die Rede von Kennedy im Original durchliest, wird feststellen, daß er eigentlich die Russen/Kommunisten im Kalten Krieg adressierte (und dabei die US-Presse zu “patriotischer Geheimhaltung” aufrief…).
“Zeitgeist - The Movie” (deutsche Version)
Gegliedert in drei Abschnitte bietet diese knapp 2-stündige Dokumentation interessante und wichtige Informationen zu den Bereichen Religion/Christentum, Politik/9-11 und Wirtschaft/FED.
Im ersten Abschnitt “Die größte Geschichte aller Zeiten” wird gezeigt wie dieser Mythos entstand, was die Hintergründe dazu sind und welche Auswirkungen dieser Mythos auf die Menschheit hat.
Der zweite Abschnitt “Die ganze Welt ist eine Bühne” zeigt Mythos und Wahrheit um die Terroranschläge am 11. September 2001, außerdem weitere regierungsgesponsorte Terroranschläge.
Abschnitt drei “Achtet nicht auf die Männer hinter dem Vorhang” zeigt am Beispiel des Federal Reserve Systems wie ein Zentralbanksystem funktioniert und wie Bankiers durch Finanzierung beider Seiten durch Kriege profitieren. Außerdem wird der uns umgebende Zeitgeist als das entlarvt was er ist: angstbasierte Manipulation.
Siehe auch:
Freie Gedanken und Denkverbote
Auf den ersten Blick scheint es, die Äußerungen des deutschen Bundesinnenministers Wolfgang Schäuble hätten zu starkem Aufruhr geführt. Dies trifft auf alternative Medien sicherlich zu, auf die Politik selbst aber keineswegs.
So schwanken die Reaktionen auf seine “Überlegungen” - darunter auch die Wiedereinführung der Todesstrafe, allerdings ohne Hemmnisse wie einen Richterspruch - zwischen blanker Zustimmung, Abwiegeln und vereinzelten Rücktrittsforderungen. Diese wurden seitens der Linken - was kaum verwundern kann - und der Grünen - was angesichts der “erfolgreichen” Zusammenarbeit mit Schäubles Vorgänger Otto Schily in der rot-grünen Koalition unter Gerhard Schröder allerdings sehr wohl verwundern muß, Stand Schily Schäuble doch in fast nichts nach und kann mit Fug und Recht als dessen Wegbereiter bezeichnet werden.
Auch der frühere deutsche Bundesverteidigungsminister Peter Struck äußerte sich gegenüber der Frankfurter Rundschau letztlich äußerst zurückhaltend, auch wenn der Titel Struck über Schäuble - “Er ist ein Überzeugungstäter” ganz anderes vermuten läßt. Tatsächlich bezog er sich mit dieser Aussage allerdings allein auf den von Schäuble im klaren Widerspruch zum deutschen Grundgesetz vehement vorangetriebenen Einsatz der Bundeswehr im Innern. Hinsichtlich Schäubles gegenüber dem Spiegel geäußerten Forderungen sagte Struck nur, ein Verbot der Nutzung von Mobiltelephonen sei “nur in einem Überwachungsstaat” durchsetzbar. Daß die mutwillige Ermordung “Verdächtiger” nur in einer Diktatur möglich wäre, hielt er hingegen offenbar nicht für erwähnenswert.
Zumindest etwas deutlicher wurde der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle. Eine “Erschießung auf Verdacht” - wobei angesichts von Schäubles Bundeswehr-Träumen durchaus anzunehmen ist, daß hierbei nicht nur Schußwaffen zum Einsatz kämen - sei “mit dem Rechtsstaat nicht vereinbar”, so Westerwelle. “Das ist keine Politik, die auf dem Boden der Verfassung steht.”
Am anderen Ende des Spektrums befinden sich mehrere hochrangige Politiker der CDU/CSU, allen voran der “CSU-Rechtsexperte” - es erscheint angesichts seiner Äußerungen zumindest fraglich, ob dieser Titel von Recht oder rechts abgeleitet wird - Norbert Geis. In einem Interview forderte er gegenüber DeutschlandRadio offen eine “Diskussion” über das “gezielte Töten von Terrorverdächtigen”, sagte aber außerdem “ich bin natürlich dafür, daß wir einen potenziellen Aggressor, einen Terroristen, der unser Land bedroht, daß wir den natürlich liquidieren können müssen”. Geis geht also noch über Schäubles Standpunkt hinaus und hält es für selbstverständlich, für die staatliche Ermordung Verdächtiger zu sein.
Etwas zurückhaltender, aber doch kaum weniger unmißverständlich äußerten sich die Ministerpräsidenten dreier Bundesländer - allesamt CDU-Mitglieder.
So forderte der hessische Ministerpräsident Roland Koch die SPD auf, Schäubles “Vorschläge mitzutragen”. Peter Müller, Ministerpräsident des Saarlands wiederum sagte, es sei angesichts der “akuten Bedrohung” Deutschlands durch Terrorismus wichtig, “über Reaktionen nachzudenken”. Auch der Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Günther Oettinger ist dieser Ansicht und meinte, “unter Umständen” müsse das Grundgesetz “ergänzt” werden - ergänzt um einen Passus, der es in seinen Grundfesten ad absurdum führen würde.
War schon die Reaktion des stellvertretenden Vorsitzenden der Unions-Fraktion im Bundestag, Wolfgang Bosbach, zumindest vorsichtig, als er sagte, daß eine von Schäuble geforderte Tötung “mehr als problematisch” sei, so war der Kommentar der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel zu Schäubles Vorstoß sicherlich bemerkenswert. Seine Worte seien zwar nicht “mit der Bundeskanzlerin abgestimmt” gewesen, so der Regierungssprecher Thomas Steg, man habe aber keinerlei Zweifel daran, daß Schäuble “kein leichtfertiger Mensch” sei, sondern “seine Worte mit Bedacht wählt”. Tatsächlich ist das genau das, was von all jenen, die ihn das Fundament einer Diktatur gleich zusammen mit dem ersten Stock errichten sehen, befürchtet wird.
Nach Ansicht Merkels dürfe es “weder Denkblockaden noch Denkverbote geben”, so Steg. Man müsse bei der Bekämpfung von Terrorismus zwischen “kurzfristigen Projekten” und “langfristigen Überlegungen” wie jenen Schäubles unterscheiden. Diese müßten nun auf fachministerieller Ebene auf ihre Eignung geprüft werden.
Offener wurde in der Vergangenheit selten auf ein Prinzip der Regierungspolitik hingewiesen, das seit Jahrzehnten höchst erfolgreich angewandt wird. Wenn klar ist, daß Pläne am geballten Widerstand der Bevölkerung scheitern würden, so tritt ein Politiker vor und stellt noch weit hierüber hinausgehende Forderungen. Diese werden dann selbstverständlich von der Mehrzahl der Politiker lautstark abgelehnt, einige finden aber zumindest “einiges gutes” daran. Nachdem dann erfolgreich “darüber gesprochen” wurde, werden letztlich einige “Ansätze” der Forderung umgesetzt - sie war ja nicht “grundlegend falsch”. In absehbarer, aber nicht zu kurzer Zeit - die erste Runde muß ja zumindest halbwegs in Vergessenheit geraten sein - wird dann eine neuerliche Forderung, dieses Mal natürlich noch weitreichender, aufgestellt und das Spiel beginnt von neuem. Nach einigen Runden dieses Spiels ist dann relativ problemlos das ursprünglich anvisierte Ziel erreicht und es wird ein neues gesetzt.
Schäubles Problem hierbei ist, daß seine immer neuen “Vorschläge” in derart schneller Folge kommen, daß sie nicht einmal umgesetzt, geschweige denn die vorhergehenden in Vergessenheit geraten können. Daß er mit seinen Forderungen ganz offen Forderungen stellt, die ein ölreiches Land einer “Befreiung” durch die USA einen deutlichen Schritt näherbringen könnten, sind sie doch überdeutliche Indizien für einen gesetzlosen und faschistischen Staat, mag ungeübten Beobachtern weitaus schwerwiegender erscheinen. Schäubles Glück ist aber, daß er nicht nur Mitglied der Bundesregierung ist, sondern seine “Vorschläge” offenbar Teil des genannten Spiels sind.
Besonders perfide ist es dabei zweifellos, wenn ausgerechnet Angela Merkel fordert, es dürfe keine “Denkverbote” geben. Nicht nur, daß Schäubles anvisiertes Modell der “Verschwörung” genau dies in ein strafrechtlich verwertbares Gerüst gießen würde, es ist nur zu offensichtlich, was geschähe, würde auch die “Gegenseite” öffentlich ohne jegliche “Denkverbote” frei über die “Rettung der deutschen Demokratie” nachdenken, beispielsweise unter Hinweis auf Artikel 20, Absatz 4 des deutschen Grundgesetzes: “Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.”
Quelle: www.freace.de
Scientology plant Deutschland-Offensive
Der deutsche Scientology-Sitz in Berlin soll nach Angaben eines Aussteigers zu einer Eliteeinheit der Organisation aufgewertet werden. Davon gibt es weltweit nur ein Dutzend.
Der Scientology-Aussteiger Christian Markert sagte gegenüber FOCUS, wenn Berlin dies im internen Wettbewerb um gute Statistiken schaffe, „wäre das ein riesiger Erfolg“ für die Organisation. Denn Deutschland gelte wegen seines Widerstandes gegen Scientology als großer „Unterdrücker“. Als Eliteeinheit könnte die Berliner Organisation höhere Ausbildungsstufen anbieten und mehr Geld verdienen.
“Lügen gehört zur Strategie”
Zudem will die Profit-Vereinigung laut Markert die „Infiltration“ von Behörden, Schulen und Wirtschaft noch „raffinierter“ angehen. Scientologen sollen sich demnach künftig weniger als bisher offen bekennen und mehr lügen. Geplant sei ferner, die Bücher zu überarbeiten. Besonders aus den Management-Leitfäden sollen Elemente des Sekten-Gründers Ron Hubbard entfernt werden, um ihre Herkunft zu verschleiern.
Die neuen Strategien werde der Chef David Miscavige auf dem Jahrestreffen der höchsten Scientologen kommenden Freitag verkünden, so Markert zu FOCUS. Der „OT Summit“ findet vom 29. Juni bis 4. Juli in Los Angeles statt.
Der 36-jährige Markert kam nach eigenen Angaben über Wirtschaftsseminare zur Scientology und arbeitete dort sieben Jahre lang hauptamtlich, zuletzt in Buffalo in den USA unter anderem im internen „Geheimdienst“ OSA. Markert stand vor dem Sprung in die Scientology-Zentrale in Los Angeles. Vor wenigen Tagen verließ er heimlich die Organisation und flog nach Hamburg.
Quelle: www.focus.de
Meinungsstark, aber ahnungslos
Wie viele Muslime leben in Deutschland? Was glauben sie? Wer predigt in ihren Moscheen? Die Unkenntnis ist groß. Das hindert jedoch kaum jemanden daran mitzureden.
Immer mehr Menschen in Deutschland treten zum Islam über. Diese Botschaft verbreiteten viele große Medien in den vergangenen Wochen und gingen dem Phänomen mit Berichten über bekehrte Neumuslime nach. Rund 4000 Konversionen habe es – »trotz des islamistischen Terrors« – binnen eines Jahres gegeben, schrieb der Spiegel, viermal so viele wie im Zeitraum zuvor. Von einer Verzehnfachung der jährlichen Übertritte nach 2001 konnte man in der Süddeutschen Zeitung lesen.
Die Artikel konnten sich alle auf eine scheinbar seriöse Quelle berufen: eine Untersuchung des Zentralinstituts Islam-Archiv-Deutschland im westfälischen Soest. Die Studie wurde immerhin mit Geld des Bundesinnenministeriums finanziert. Ressortchef Wolfgang Schäuble äußerte sein Unbehagen an der neuen Koranbegeisterung mancher Deutschen. Die »wachsende Zahl von Menschen«, die zum Islam konvertierten, habe »etwas Bedrohliches«, sagte Schäuble und verwies auf die »fanatische Übersteigerung« mancher Konvertiten.
Düsteres Rätsel Islam: Sickert die fremde Religion jetzt von innen in die Gesellschaft ein? Nein. Die Islamisierung findet offenbar nicht statt. Die enormen Steigerungsraten sind – alle Indizien sprechen dafür – Fantasiezahlen.
Das Institut mit dem pompösen Namen erweist sich als Einmannbetrieb samt ein paar Hiwis, deren Erhebungen sowohl Muslime als auch Islamforscher jede Seriosität absprechen. Erhellend waren die Medienberichte und die Schäubleschen Warnungen dennoch – als Lehrstück für den Umgang mit Fakten und Zahlen zur zweitgrößten Religion in Deutschland…
..weiterlesen / Quelle: @zeit.de
Scientology macht mobil – Politiker sind alarmiert
Organisation verstärkt Werbung, bietet Drogenberatung, geht in Jugendclubs Senat hat noch nicht über erneute Verfassungsschutz-Beobachtung entschieden
Von Ralf Schönball
Zwei Monate nach der feierlichen Eröffnung ihrer Deutschland-Zentrale in Charlottenburg verstärken die Scientologen ihre Aktivitäten in ganz Berlin. Überall taucht die umstrittene Organisation auf: Scientologen verteilen Hefte an Schulen, bieten Nachhilfeunterricht an und werben an Straßenständen Mitglieder. In der Lietzenburger Straße ist derzeit eine von Scientologen initiierte Anti-Psychiatrie-Ausstellung zu sehen. Drogen, Bildung und Gesundheit – Scientology greift die großen sozialen Themen auf.Experten warnen vor dieser Strategie: „Bei allen Maßnahmen geht es nur um die Werbung neuer Mitglieder“, sagt Kerstin Jüngling, Leiterin der Fachstelle für Suchtprävention im Land Berlin. Das Landesamt für Verfassungsschutz in Baden-Württemberg nennt die Scientologen-Kritik an der Psychiatrie eine „pauschale Hetze gegen einen ganzen Berufsstand“. Und Thomas Gandow, Pfarrer für Sekten- und Weltanschauungsfragen der evangelischen Kirche, fordert „eine Arbeitsgruppe auf Senatsebene zum Thema Scientology“.
Dieser Forderung schließt sich der stellvertretende Bezirksbürgermeister von Charlottenburg an: „Scientology ist nicht allein das Problem eines einzelnen Bezirks“, sagt Klaus-Dieter Gröhler (CDU). Er fordert regelmäßige Arbeitsbesprechungen zu dem Thema mit den Senatsverwaltungen für Inneres, für Jugend und für Kultur. Berlin sei „völlig weggetaucht“, dabei häuften sich die Klagen „aufgeregter Bürger“ über das Werben von Scientologen auf der Straße. Charlottenburgs Bildungsstadtrat Reinhard Naumann (SPD) hält auch „eine Vernetzung von Dienststellen des Senats mit den Bezirken“ für sinnvoll, etwa um „die dringend erforderliche Liste von Organisationen zu erstellen, die zu Scientology gehören“, so Naumann. Denn bisher gebe es keinen Überblick, über die vielen Scientology-Ableger, und das erschwere die Abgrenzung der Sozial- und Bildungseinrichtungen des Bezirks von Scientology-Aktivitäten. In Charlottenburg versucht Scientology Gröhler zufolge Nachhilfeangebote an Schulen zu platzieren, Schulabgängern „Bewerbungshilfen“ anzudienen sowie in Drogenberatungsstellen und Jugendfreizeitorganisationen „mit Tarnorganisationen“ Fuß zu fassen.
Der innenpolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus nennt es „einen schweren Fehler, Scientology nicht zu überwachen“, so Frank Henkel. Die jüngsten Entwicklungen forderten eine „klare und eindeutige Entscheidung von Innensenator Körting“. Die Innenverwaltung verwies auf Anfrage auf den Berliner Verfassungsschutz. Dort heißt es: „Wir werten das Material von Bund und Ländern zu den Bestrebungen von Scientology aus“, so Verfassungsschutz-Sprecherin Isabelle Kalbitzer. Über eine erneute Beobachtung der Organisation werde später entschieden.
Dieses Vorgehen war Ende Januar im Verfassungsschutzausschuss des Abgeordnetenhauses vorgeschlagen worden. Seit Ende 2003 wird Scientology in Berlin nicht mehr beobachtet, nachdem das Berliner Verwaltungsgericht befand, dass die bisher vorliegenden Erkenntnisse über die Aktivitäten der Organisation dafür nicht ausreichten.
Scientology bestreitet, dass die sozialen Aktivitäten ideologisch motiviert seien und nur auf Mitgliederwerbung zielten: „Darum geht es in keinster Weise, sondern es geht um Aufklärung“, sagt Sprecherin Sabine Weber. Die umstrittenen Drogen-Hefte für Schüler würden zwar von der „Church of Scientology International“ finanziert. Diese und andere soziale Initiativen gingen aber von eigenständigen Vereinen aus.
Allerdings sind auch deren Gründer Scientology-Mitglieder. Und auch die etwa 15 Scientologen, die täglich auf Mitgliederwerbung ausschwärmen, bieten an denselben Straßenständen die „Schnelltests“ ihrer umstrittenen Weltanschauung neben den Heften mit ihren „sozialen Programmen“ an. Bei Scientology räumt man außerdem ein, dass viele dieser Programme auf „die Methoden von Scientology-Gründer L. Ron Hubbard zurückgehen“. Dies gilt für das „Bildungsprogramm“, das gezielt „Pädagogen aller Weltanschauungen angeboten wird“ und zuletzt sogar in Seminare der Technischen Universität hineingetragen wurde. Auch das „Drogenrehabilitierungsprogramm“ Narconon stützt sich auf die Scientology-Ideologie.
Für die Berliner Suchtpräventionsexpertin Jüngling ist die Strategie durchsichtig: „Menschen in Not sind leichter zu beeinflussen, das vereinfacht den Seelenfang“, sagt sie. In den Heften zur Drogenbekämpfung sei keine unabhängige Organisation der Ansprechpartner, sondern Scientology-Zentrale.
Quelle: tagesspiegel.de
“Du siehst so intelligent aus”
Scientologys neue Dependance in Berlin verfolgt eine auffallend aggressive Anwerbe-Strategie. Selbst Schüler werden mit schlichten Sprüchen auf der Straße abgefangen - binnen einer Minute geht es zum Seelenstrip.
Berlin - “Denken Sie oft über den Sinn des Lebens nach?” ist so ein Spruch. Oder weniger gewichtig: “Wisst ihr eigentlich, was das hier für ein Gebäude ist?” Mit solchen und ähnlichen Worten kommen akkurat frisierte Männer in schwarzen Anzügen auf jeden zu, der an der Berliner Haltestelle Otto-Suhr-Allee/Leibnizstraße auf den Bus wartet.
Die Station liegt direkt vor dem Eingang des neuen Scientology-Domizils. Ob der stockgestützte Rentner, die junge Muslima mit Kinderwagen oder der schlendernde Student: Die hartnäckigen Lockvögel der Sekte machen vor fast niemandem Halt. Nachbarn, Eltern und Lehrer berichten, dass in den vergangenen Tagen selbst Schüler von eifrigen Scientologen angesprochen wurden.
Ehe man sich versieht, hat man einen blassblauen Flyer in der Hand, auf dem die selbsternannte Kirche zum “Tag der offenen Tür” einlädt: “Für alle, die mehr wissen wollen - finden Sie es selbst heraus.”
Am Wochenende hat die Organisation ihre Dependance im Westberliner Bezirk Charlottenburg eröffnet. Nun gilt es, möglichst viele Hauptstädter für sich zu gewinnen. Kaum ein Passant geht an der blitzenden Glasfassade vorbei, ohne einen Blick in die Auslagen zu riskieren, die mit warm beleuchteten Lehrpostern und Werbeartikeln dekoriert sind. Über der Drehtür glänzt das schnittige Logo aus Edelstahl. Transparent soll das Haus wirken, modern, jung und offen für alle.
“Wie helfen jedem, der Hilfe braucht”
Scientology setzt auf eine aggressive Anwerbe-Strategie und hat sich einen Standort mit viel Laufpublikum ausgesucht. Der benachbarte Ernst-Reuter-Platz ist von Bürohäusern umringt, in der Nähe sind Theaterhäuser, eine Universität, mehrere Schulen. Linienbusse spülen im Zehn-Minuten-Takt potentielle Anhänger an. Eine Anwohnerin erzählt empört, dass ihr 15-jähriger Sohn vor ein paar Tagen aus dem Bus gestiegen sei, “der wurde sofort am Arm gepackt und ausgequetscht”.
Ohne Vorwarnung habe der Scientologe losgelegt: “Du siehst so intelligent aus!” Ob der junge Mann nicht vielleicht einen Begabungstest machen, gar meditieren wolle? Als der Junge verneint, wird der Frager persönlich: Stress in der Schule, in der Familie, mit der Freundin? “Scientology ist bei dir, wenn du Hilfe brauchst”, gibt der nette Mensch mit auf den Weg. Das und eine Broschüre.
Bei einigen scheint die Masche zu funktionieren: Hin und wieder lässt sich ein Passant ins Gebäude führen. An einem gewöhnlichen Vormittag findet sich immerhin ein gutes Dutzend Menschen in der Lounge des Gebäudes ein und studiert die bunten Lehrtafeln. Auf riesigen Flatscreens laufen weichgezeichnete Info-Spots über “Wege zum Glücklichsein”, unterlegt mit plätschernder Verkaufsfernsehen-Musik.
Die Gefahr, inmitten all der Broschürenstapel, Sinnsprüche und Info-DVDs (auch auf Farsi erhältlich) die Orientierung zu verlieren, ist gering: Schon nach wenigen Sekunden wird der Besucher zu einem der Bildschirme geleitet und darf sich auf der orangefarbenen Couch niederlassen. Sogar das Bedienen des “Play”-Knopfs übernimmt dann ein Scientologe. Es folgt ein leicht verständlicher Abriss über die Scientology-Pseudolehre der “Dianetik”. Bilder von angelnden Kindern, einer lachenden Großfamilie und einem Mädchen, das in Zeitlupe über eine Blumenwiese hüpft, werden garniert mit hauseigenen Leitsprüchen. Am Ende steht der Aufruf, an einer Scientology-Session teilzunehmen.
Nach einer Minute zum Seelenstrip
Wer eine Frage stellt, wird die Scientologen nicht mehr los. Was das seltsame Gerät da in der Ecke soll, das einer Küchenwaage mit zwei Metallröhren ähnelt, fragt ein Elektrotechnik-Student. Prompt soll er den sogenannten “E-Meter” testen, das berüchtigte Elektroden-Gerät, das angeblich “Bereiche seelischer Belastung” ausfindig machen kann.
Zaghaft umschließt der Student mit seinen Händen die Metallröhren. Seine mentale Energie scheint überbordend - der Zeiger schnellt bis zum Anschlag und bewegt sich nicht mehr von der Stelle. Der Mitarbeiter dreht irritiert an einem Rädchen herum und fordert den Studenten auf, sich an ein einschneidendes Erlebnis aus der Vergangenheit zu erinnern. Nichts passiert. Der Mitarbeiter untersucht die Hände des Studenten, etwas Fahrradschmiere klebt daran. “Das kann die Messung natürlich beeinflussen”, sagt der Angestellte ernsthaft.
Dann will ein junges Mädchen wissen, was genau Scientology ist - Kirche, Religion, Sekte? Unwirsch sagt der Mitarbeiter, er könne das jetzt nicht beantworten, denn er sei gerade “in einem Zyklus”. Damit meint er die Untersuchung des Studenten.
Als eine andere Frau an den E-Meter tritt, um ihr Innerstes ausloten zu lassen, übernimmt Kirsten Austinat, die Leiterin des Berliner Scientology-Zentrums, das Ruder. “Ihr Gemütszustand schwingt, das ist ein gutes Zeichen!”, sagt sie euphorisch. Ein kurzes Zucken des Zeigers wertet sie jedoch als tiefes Problembekenntnis. Es folgen ein sorgenvoller Blick und die Frage, wo es denn zurzeit nicht so gut läuft.
Bis zum versuchten Seelenstrip samt Scientology-Anwerbung ist nur eine Minute vergangen.
Frischer Kaffee zum Persönlichkeitstest
Eine Sitzgruppe weiter buhlt ein Kollege um das Interesse einer Zehntklässlerin, die schüchtern in den Broschüren blättert. Mit einem Vertreterlächeln geht der Mann auf sie zu und legt los: Warum sie hier sei und was sie denn schon “über Scientology gelesen habe”? Wie alt, welche Schule, Hobbys, Berufswunsch - alles wird in Rekordzeit abgehakt.
Dann klemmt er sich das Mädchen unter den Arm und zeigt ihr den Raum für “Tests und Einschreibungen”, in dem frischer Kaffee und ein rosa Persönlichkeits-Fragebogen mit schlappen 200 Ankreuzkästchen wartet: “Sind Sie ein langsamer Esser? Verhalten Sie sich oft impulsiv? Bekommen Sie manchmal ein Zucken in den Muskeln, auch wenn es keinen ersichtlichen Grund dafür gibt?”
Draußen akquiriert ein Angestellter neue Interessenten, fängt unermüdlich jeden Fußgänger ab. Viele bleiben stehen und lassen sich auf einen Plausch ein. Der Inforaum ist in den folgenden Stunden niemals menschenleer.
Quelle: Spiegel.de


