Die Blumeninsel
Der Film handelt vom Umgang mit Menschen, Tieren und Nahrungsmitteln.
Furtado lässt uns lachen, bevor uns das Lachen mit genau derselben Konsequenz im Hals stecken bleibt.
Von den 61 Millionen Tonnen Tomaten, die weltweit jährlich angebaut werden, folgt der Filmemacher einer ausgewählten brasilianischen, gepflanzt von einem Japaner, von der Plantage, über den Supermarkt und die Küche bis hin zur „Blumeninsel“, dem Müllplatz von Porto Alegre.
Was diese Müllkippe mit den Tomaten des Herrn Suzuki, dem Parfüm von Frau Anete, der “freien” Marktwirtschaft in Brasilien und dem Weltmarkt überhaupt zu tun hat, veranschaulicht dieser Film irrer Form.
Siehe auch:
- Die Freiheit der Wahl @video.google
- Die Blumeninsel - oder warum die Menschen nach den Schweinen kommen @uni-koeln.de
Freitag, 4. Juli 2008
Hier einige gesammelte Links der letzten Tage, deren (möglicherweise lediglich subjektive) Wichtigkeit höchstwahrscheinlich wieder einmal im alltäglichen Durcheinander untergeht.
Angefangen mit einem bemerkenswerten, themenübergreifenden Beitrag von Gert Flegelskamp auf seiner Seite www.flegel-g.de.
Einige Auszüge:
..Die Vorkommnisse in den USA (11.9.) oder auch in Großbritannien (U-Bahn Anschläge) werden als Beweise angeführt, aber eine wirkliche Aufklärung der Vorgänge wird explizit verhindert. Man geht davon aus, dass die Bevölkerungen mehrheitlich nie auf die Idee kommen würden, dass die eigenen Regierungen solche Massaker veranstalten, aber mich erinnern die Vorgänge um die al Qaida fatal an Gladio. In Gladio waren die meisten europäischen Länder, die NATO und die CIA verwickelt und lediglich in Italien haben einige Politiker ihre Verquickung zugegeben oder besser gesagt, dort konnten die Verquickungen der Politiker mit den Aktivitäten durch Gladio absolut bewiesen werden. Dass alle EU-Länder incl. CIA und NATO darin verwickelt waren, wurde zwar nach der Aufdeckung bestätigt, brachte aber keine Politiker, keine Geheimdienstler und keine NATO-Beamte auf die Anklagebank. Die Geheimoperation von Gladio wurde lediglich als beendet erklärt. Bis heute ist nicht eindeutig geklärt, ob das Massaker auf dem Oktoberfest 1980 Gladio zuzuordnen ist oder nicht. Seltsam, einer der Drahtzieher in der BRD, der bereit war, auszusagen, wurde einen Tag vor der Vernehmung durch den Staatsanwalt in seiner Zelle erhängt aufgefunden. Angeblich wurde Gladio 1990 aufgelöst. Wirklich?
Eines hat Gladio bewiesen: Politiker sind bereit, für die Erzeugung einer bestimmten Stimmung in der Bevölkerung Anschläge gegen das eigene Volk zu veranlassen und haben mit den eigenen Geheimdiensten immer eine echte Terrorgruppe an der Hand, die solche Anschläge planen und durchführen. Die Anschläge des 11.9. und die U-Bahn Anschläge in London, weisen eine Menge Ungereimtheiten auf. Zahlreiche Indizien deuten darauf hin, dass diese Anschläge von den eigenen Regierungen beauftragt und im Auftrag der eigenen Geheimdienste ausgeführt wurden. Man verlässt sich darauf, dass diejenigen, denen diese Ungereimtheiten auffallen, in der Regel eine Minderheit darstellen und die Mehrheit der Bevölkerung die offizielle Version schluckt…
..Familie? Heute doch weitgehend mit einem Kino vergleichbar. Zumindest am Abend sitzt man gemeinsam vor der Flimmerkiste (von wenigen Ausnahmen abgesehen). Mag das Programm auch grottenschlecht sein, man schaut es sich an. Dass damit eine gezielte Beeinflussung betrieben wird, erreicht das Bewusstsein der meisten Menschen nicht mehr. Fernsehen verengt die Wahrnehmungsfähigkeit und schottet die Menschen voneinander ab. Fragen sie die Menschen nach bestimmten Schauspielern oder Filmen und Sie bekommen detaillierte Antworten. Aber fragen Sie sie nach bestimmten politischen Ansichten oder Ereignissen und sie geraten ins Stottern. Fragen Sie die Menschen auf der Straße nach der Funktionsweise des Rentensystems und Sie werden nur Wenige finden, die eine halbwegs vernünftige Aussage machen können, aber sie werden viele Antworten bekommen, die auf die Propaganda der Medien und der Think Tanks schließen lässt. Dabei geht uns dieses Thema alle etwas an.
Wenn Angela Merkel behauptet, dass die Arbeitslosen die Stromkosten ersetzt bekommen, schreien nur die Arbeitslosen auf, denn sie wissen es besser. Wenn Herzog behauptet, die Alten plündern die Jungen aus, fallen diese Aussagen auf fruchtbaren Boden, obwohl eigentlich für jeden sichtbar die Alten seit Jahren ausgeplündert werden und sich die Plünderung in der Zukunft für die heute Jungen verheerend auswirkt, nicht wegen der Schuld der Alten, sondern wegen einer aggressiven Politik gegen die Bevölkerung.
Demokratie überzeugt nicht mehr konnte man in den verschiedensten Zeitungen lesen. Aber diese Aussage ist so falsch, wie der Hinweis auf die Demokratie in diesem Land. Es gibt sie nicht, die viel zitierte Demokratie. Mir hat dieser Kommentar zu dem Artikel gefallen, drückt er doch aus, was die Wirklichkeit ist…
Den vollständigen Beitrag hier lesen.
Wissenswertes zur Beeinflussung durch Medien und Werbung:
- “Werbung hinterlässt Spuren” - Psychiater warnt: Werbung macht Kinder unglücklich
- Duftfrausch im Supermarkt: Lockstoffe verleiten zum Kauf
- Hirnforschung und Medien - Wie uns das Fernsehen zu Kindern macht
- Medien und ihre Macht der Manipulation
- TV ist das Delirium des 21. Jahrhunderts
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Weiterhin aktuell, der Iran und sein Atomprogramm, bzw. die Drohgebärden des Westens/Israel dagegen. Dazu einige Artikel der letzten Tage:
Pentagon: Israel wird Iran bald angreifen
ABC meldet, dass ein israelischer Angriff noch in diesem Jahr möglich sei. Der US-Fernsehsender beruft sich auf einen Sprecher des Pentagon…..Der Pentagon Sprecher spezifizierte zwei mögliche Gründe, wann die Israelis zuschlagen würden:
Der erste sei, wenn die Urananreicherungsanlage im iranischen Nantaz genügend angereichertes Uran produzieren könne. Nach israelischen Geheimdienstinformationen sei dies aber erst in 2009 möglich. Das Überschreiten der “roten Linie” wäre jedoch nicht, wenn die Iraner dazu in der Lage seien, sondern bevor sie die Möglichkeit dazu hätten. Und das spräche für einen Angriff noch in 2008.
Die zweite “rote Linie”, die nach Überschreiten einen Krieg auslösen könnte, wäre der Erwerb von SA-20 Luftverteidigungssystemen aus Russland. Die Israelis würden vorher angreifen, weil nach Installation des Abwehrsystems ein Angriff schwieriger sei.
- Pentagon: Israel wird Iran bald angreifen
- Gerüchte über Angriff Israels auf Iran brodeln weiter
- Gesucht: Kriegsgrund gegen den Iran
- “Töten und entführen” - CIA-Kommandos im Iran
..Ausgeführt wurden diese durch den Kongress legitimierten Aktionen durch “Stellvertreter”- (”proxy”-) Armeen, also Söldnermilizen, angeführt nach Angaben der Bush-Regierung ausschliesslich durch Agenten der CIA.
Rekrutiert werden die Söldner u.a. aus der arabischen Minderheit der Ahwazi und der Balutschen, die sowohl auf dem Territorium der Atommacht Pakistan, als auch im Iran leben. Auch ist von einer “obskuren Basis im Westen von Afghanistan” (”obscure base in western Afghanistan”) die Rede, von der die Operationen im Iran ausgehen.
Seit Herbst 2007 dringen US-geführte Kommandos auf Befehl des Präsidenten George Bush aus Irak und Afghanistan regelmässig in den Iran ein um Mitglieder eines Zweigs iranischen Militärs, der “Revolutionsgarden” zu entführen und zwecks Verhören nach Irak zu schaffen.
Ebenso fungieren sie als Todesschwadronen, welche “hochrangige Ziele” in den Iran “verfolgt” (”hot pursuit”) und durch gezielte Exekutionen ausschaltet…..Nun ist aber innerhalb des US-Militärs und in den Fluren von Washington bekannt geworden, dass ausser den CIA-geführten Einheiten auch hochgeheime Spezialkommandos des US-Militärs vom “Joint Special Operations Command” (JSOC) auf direkten Befehl von Präsident Bush und unter direkter Kontrolle von US-Vize Dick Cheney im Iran operieren.
Diese Einsätze wurden in den letzten Monaten massiv ausgeweitet und erfolgten ohne Wissen, Zustimmung oder Kooperation von Kongress, US-Zentralkommando CENTCOM und sogar US-
Verteidigungsminister Robert Gates…
- Die Hersh-Bombe
- USA richten Militärstützpunkte an Grenze zu Iran ein
- “Niemals hat Iran Israel mit Angriff gedroht”
- Atomstreit in Nahost - Israel fürchtet den Erstschlag
- Ein Angriff auf den Iran lohnt sich kaum
- «Der Iran zeigt Israel seine eigenen Widersprüche auf»
- Geraten die Börsen in den Vorkriegsmodus?
- Iran ‘digging 320,000 graves for invaders’
Ein Krieg zwischen einer US-geführten Allianz und dem Iran wird wahrscheinlicher. Nach Presseinformationen hat die Regierung in Teheran jetzt einen „passiven Verteidigungsplan“ in Kraft gesetzt. Bislang sind jedoch nur Andeutungen über den Umfang der Abwehrmaßnahmen an die Öffentlichkeit durchgedrungen. Zugleich will der US-Fernsehsender ABC Informationen über einen Zeitplan für den möglichen Angriff erfahren haben. Die Regierung in Washington dementierte dies. Ein US-Marinekommandant äußerte dagegen sogar, die Nato-Verbündeten sollten sich auf einen Krieg vorbereiten…
- Iran setzt „passiven Verteidigungsplan“ in Kraft
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Weiter. Bin Laden - Pakistan hat offenbar “grünes Licht” gegeben, und die CIA darf sich endlich auch offiziell dort austoben.
CIA-Bericht - Bin Laden wird bald sterben
Lange war es ruhig um Osama bin Laden. Der Terrorfürst ist abgetaucht. Irgendwo in den Bergen Afghanistans wird der Chef der Terrororganisation Al Qaida vermutet. Die USA können die Jagd nach bin Laden bald aber womöglich aufgeben. Denn der Terrorist hat offenbar nur noch wenige Monate zu leben…
..wenn er nicht bereits längst tot ist.
..Wir wetten auf das Ergebnis: Im Laufe des Jahres, noch vor den Wahlen in den USA, wird ObL angeblich gefunden, zerpulvert und erledigt. Da man nach der Bombardierung wohl nur noch Reste eines verbrannten Turbans finden wird, kann man natürlich viel behaupten…
- Bin Laden wird bald sterben
- Bombenstimmung beim CIA
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Sonstige lesenswerte und interessante Funde der letzten Tage:
- Wie die Tagesschau den Kriegshaushalt 2009 schönredet
- “Der Mensch braucht keinen Krieg!”
- Die Amerikanisierung der Finanzmärkte und ihre Folgen
- Gazprom-Chef: Verdopplung der Gaspreise auf 1000 Dollar möglich
- Weniger ist mehr? - Die Turbomilchkuh
- Kollaps der weltweiten Fischerei
- Irre: Forscher wollen natürliches Nährstoffgas Kohlendioxid unter der Erde lagern!
- „Kein Blut auf meinem Handy“
- Griechenland und die Freimaurerei
- Google muss Youtube Log-Dateien preisgeben
Abschliessend: Die vier Regeln des Kapitalismus ->
Der Kapitalismus ist eine tolle Sache! Er hat uns Mikrowellen, Farbfernseher, HiFi-Anlagen, Geschirrspülmaschinen, Handys, Faxgeräte, Quarzuhren, Autos mit Airbag und ABS, Playstations und Nintendo, Satellitenschüsseln, unzählige Fernsehkanäle, Filme auf Video und DVD, Surround Sound, Digitalkameras, Computer, das Internet und viele andere schöne und nette Sachen beschert. Wie hatte man nur früher ohne diese Dinge auskommen und glücklich sein können? Man ist geneigt, von einer Erfolgsstory zu sprechen. Was bedeutet nun konkret Kapitalismus? Wie bei allen Ismen verrät schon allein der Name den Sinn der ganzen Veranstaltung und man möchte vom Angepriesenen logischerweise auch möglichst viel besitzen. Beim Sozialismus möchte man möglichst viel an Sozialem haben, beim Nationalsozialismus an Nationalem, beim Islamismus oder Katholizismus möglichst viel an richtigem Glauben, beim Kommunismus Kommunales, also möglichst viel an “allen gehört alles” und beim Kapitalismus natürlich möglichst viel an Kapital, um daraus mehr und immer mehr zu machen. Und deshalb ist der Kapitalismus auch so schön, denn wer hätte nicht gerne immer mehr davon - Sie etwa nicht? …
..hier weiterlesen.
Bis die Tage! ![]()
3,2 Millionen Arbeitslose gelten nicht als arbeitslos
Rund 3,2 Millionen Personen, die derzeit Arbeitslosengeld beziehen, tauchen in der Arbeitslosenstatistik nicht auf. Dies hat der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesarbeitsministerium, Klaus Brandner, jetzt auf eine kleine Anfrage der FDP mitgeteilt. Danach werden ein Viertel der Bezieher von Arbeitslosengeld I, nämlich 286.000 Personen, sowie mehr als die Hälfte aller Empfänger von Arbeitslosengeld II, das sind 2,86 Millionen, nicht als arbeitslos verzeichnet.
Die FDP-Abgeordnete Claudia Winterstein, Berichterstatterin für den Haushalt Arbeit und Soziales im Bundestags-Haushaltsausschuss, moniert deshalb: “Die Arbeitslosenstatistik sagt nur die halbe Wahrheit.“ Die Regierung verweise stolz auf sinkende Arbeitslosenzahlen, sagte sie dieser Zeitung in Berlin. „Wer aber nur die statistische Arbeitslosigkeit betrachtet, schönt die Bilanz und betrügt sich selbst. 2007 gab es offiziell 3,77 Millionen Arbeitslose, aber 6,34 Millionen Leistungsbezieher.“ Von allen Arbeitslosen erhielten 82 Prozent Geld aus der Arbeitslosenversicherung.
Umstrittene „58er-Regelung“
In seiner Antwort erläutert Brandner, in der Statistik der Bundesagentur für Arbeit würden nur Personen als arbeitslos gezählt, die bestimmte Kriterien erfüllten: Sie müssten sich arbeitslos gemeldet haben, ohne Beschäftigung sein (oder weniger als 15 Stunden in der Woche arbeiten), Arbeit suchen und dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Mehr als drei Viertel der Empfänger von Arbeitslosengeld I, nämlich 225.000, tauchten 2007 deshalb nicht in der Statistik auf, weil sie von der sogenannten „58er-Regelung“ profitierten, die Ende 2007 in der alten Form ausgelaufen ist.
Danach hatten Arbeitnehmer, die mit 58 Jahren arbeitslos wurden, auch Anspruch auf Arbeitslosengeld bis zum Rentenbeginn (ohne Abschläge), wenn sie erklärten, sie suchten keine Arbeit und stünden dem Arbeitsmarkt dauerhaft nicht mehr zur Verfügung. Nach dem Auslaufen dieser Bestimmung wird sich die Zahl älterer Arbeitsloser nach Einschätzung des Arbeitsministeriums schrittweise erhöhen. Brandner rechnet mit 75.000 zusätzlichen Arbeitslosen 2008 und 150.000 zusätzlichen 2009. Allerdings werde auch die Nachfolgeregelung den Anstieg begrenzen.
Auseinanderfallen zwischen Statistik und Wirklichkeit
Nach Brandners Angaben verteilen sich die übrigen 60.000 Bezieher von Arbeitslosengeld I, die in der Statistik fehlen, auf solche, die an Trainingsmaßnahmen der Bundesagentur teilnahmen, arbeitsunfähig erkrankt waren oder aber wegen verminderter Leistungsfähigkeit nicht arbeiten konnten und einen Antrag auf medizinische Rehabilitation gestellt hatten. Die Gesamtausgaben für das Arbeitslosengeld beziffert Brandner auf 22,9 Milliarden Euro 2006 und 16,9 Milliarden Euro 2007.
Noch extremer ist das Auseinanderfallen zwischen Statistik und Wirklichkeit beim Arbeitslosengeld II. Brandner schreibt in seiner Antwort, 2007 seien durchschnittlich 5,329 Millionen Personen als “erwerbsfähige Hilfesuchende” registriert gewesen. Davon seien aber 54 Prozent, gut 2,85 Millionen, nicht als arbeitslos geführt worden. Die Bezieher von Arbeitslosengeld II ließen sich in drei Gruppen aufteilen: Zum einen gebe es jene, deren Einkommen nicht ausreiche, um den Lebensunterhalt zu sichern (Aufstocker), zum anderen Teilnehmer an Maßnahmen der Arbeitsförderung sowie Hilfebedürftige, die aus anderen Gründen nicht arbeiten könnten, etwa weil sie die Schule besuchten oder Kinder oder pflegebedürftige Angehörige betreuten. Unter den knapp 3 Millionen Empfängern von Arbeitslosengeld II seien rund 312.000 Personen (2007), die die “58er-Regelung” nutzten, ferner 484.000 unter 20 Jahren.
Die Zahl derer, die neben dem Bezug von Arbeitslosengeld noch über ein eigenes Einkommen verfügten, sei von Januar bis September 2007 um 17 Prozent auf rund 1,28 Millionen gestiegen. Die Hälfte von ihnen verdiente mehr als 400 Euro brutto dazu. Die Erfassung der Aufstocker sei aber schwierig, weil sie nach zwei Methoden geschehe, sagt Brandner. Insgesamt seien für die Grundsicherung für erwerbsfähige und nichterwerbsfähige Hilfebedürftige 2006 rund 35,1 Milliarden Euro und 2007 31,8 Milliarden Euro ausgegeben worden.
Quelle:www.faz.net
Bochumer Steuerfahnder selbst im Visier von Ermittlern
Gegen Fahnder, die in der Liechtensteiner Steueraffäre ermittelten, sind mehrere Strafanzeigen eingegangen. Im Fall Zumwinkel waren Informationen vorab an Journalisten durchgesickert.
Die Bochumer Steuerfahnder werden verdächtigt, Geheimnisverdacht begangen zu haben. Die Anzeigen richten sich gegen Unbekannt, da unklar ist, wer Journalisten vorab über die Durchsuchungen bei dem früheren Post-Chef Klaus Zumwinkel informiert haben könnte. “Es kommen alle möglichen Personen in Frage, die am Verfahren beteiligt waren”, sagte die Sprecherin der Generalstaatsanwaltschaft Hamm, Elke Adomeit. Zunächst werden die Anzeigen von den Bochumer Behörden gesammelt. Dann werde aus Gründen der Neutralität eine andere Staatsanwaltschaft mit den Ermittlungen beauftragt, sagte Adomeit.
Der Sprecher der Bochumer Staatsanwaltschaft Eduard Güroff nahm die eigene Behörde in Schutz. “Wir sind ziemlich sicher, dass es aus diesem Bereich nicht kommt. Dafür würde ich meine Hand ins Feuer legen”, meinte der Oberstaatsanwalt. Er gehe auch nicht davon aus, dass die undichte Stelle bei den Steuerfahndern oder der Polizei liege. Im Berichtswesen und auf dem Aktenweg gebe es dagegen “eine Fülle von denkbaren Alternativen”.
Güroff hält den Ausgang der Ermittlungen für ungewiss. Es bestehe die Gefahr, dass Verdächtige vorgewarnt würden. “Unsere Ermittlungen erschwert es allemal”, meinte der Fahnder.
Die Informationspanne hatte dafür gesorgt, dass die Bochumer Fahnder bei einer Durchsuchung im Hause Zumwinkels bereits von Journalisten erwartet wurden. Mehrere Privatpersonen hatten Strafanzeige gegen die Bochumer Ermittler gestellt. Geheimnisverrat kann nach dem Strafgesetzbuch mit Haftstrafen bis zu einem Jahr, bei besonders schützenswerten Interessen der Öffentlichkeit sogar mit Haftstrafen bis zu drei Jahren bestraft werden.
Die Bochumer Staatsanwaltschaft ermittelt unterdessen weiter gegen Steuerbetrüger, die Millionenbeträge in Liechtensteiner Stiftungen geschafft haben sollen. Die Ermittlungen können sich noch über Jahre hinziehen. Die Zahl der Selbstanzeigen erhöht sich derweil nach Angaben der Ermittler täglich und dürfte inzwischen bei über 100 liegen.
Quelle:www.ftd.de
Aufschwung geht an Menschen vorbei - Die Mittelschicht schrumpft
Obwohl die Wirtschaft boomt, rutschen immer mehr Menschen in Deutschland sozial ab, so zwei Studie. Die Mittelschicht wurde in sechs Jahren acht Prozent kleiner. VON U.HERRMANN & L.GAEDE
Das gab es noch nie: Die deutsche Wirtschaft wächst - aber die realen Nettolöhne fallen. Die Arbeitnehmer profitieren nicht mehr, wenn die Konjunktur brummt. Die Wachstumsgewinne fließen vor allem an die Unternehmer und Kapitalbesitzer.
In den letzten drei Jahren legte die Wirtschaft real um rund 7 Prozent zu, aber die Arbeitnehmer müssen mit durchschnittlich 3,5 Prozent weniger Reallohn auskommen. “Das ist einmalig in der deutschen Wirtschaftsgeschichte”, kommentierte Gustav Horn vom gewerkschaftsnahen Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), das am Dienstag eine Studie mit dem programmatischen Titel “Wer profitierte vom Aufschwung?” vorstellte.
Es sind nicht die Normalverdiener, wie auch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in einer aktuellen Untersuchung feststellt: Die Mittelschichten schrumpfen, womit jene Haushalte gemeint sind, die über 70 bis 150 Prozent des Durchschnittseinkommens verfügen. Über Jahrzehnte machte diese Gruppe stabil 62 Prozent der Deutschen aus. Doch plötzlich, nach der Jahrtausendwende, beginnt es zu bröckeln. 2006 gehörten schon nur noch 54 Prozent zur Mittelschicht. Das sind 44 Millionen Menschen, die sich als Mitte definieren können, 5 Millionen weniger als im Jahr 2000.
Wer nicht mehr dazugehört, steigt ab: 2006 zählte zu den unteren Schichten bereits ein Viertel der Bevölkerung - damit ist der Anteil der Armen seit 2000 um 7 Prozentpunkte gestiegen.
Wie dramatisch sich die deutsche Wirtschaftswelt seit dem Jahr 2000 gewandelt hat, tritt auch sehr deutlich in der IMK-Studie hervor. Denn sie hat den methodischen Kniff gewählt, den jetzigen Aufschwung ab 2005 mit dem letzten Boom zu vergleichen, der 1998 begann. An der Oberfläche verlief die Entwicklung zunächst ähnlich: Beide Aufschwungphasen währten rund drei Jahre, jedes Mal wuchs die Wirtschaft um etwa 7 Prozent. Der Export entwickelte sich ebenfalls vergleichbar- von 1998 bis 2001 legte er real um 25 Prozent zu, diesmal waren es sogar 31 Prozent. Und schließlich hat die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ähnlich stark zugenommen: Diesmal betrug das Plus 759.000 Stellen, im letzten Zyklus waren es 653.000.
Doch dann beginnen die signifikanten Unterschiede: Beim letzten Aufschwung legten die realen Nettolöhne pro Arbeitnehmer noch um 4 Prozent zu. Jetzt gingen sie, wie gesagt, um 3,5 Prozent zurück. Das drückt sich auch in der Lohnquote aus, die angibt, wie groß der Anteil der abhängig Beschäftigten am Volkseinkommen ist: 2001 waren es noch 71 Prozent, inzwischen ist die Lohnquote auf 64 Prozent eingebrochen. Die Schere zwischen Gewinnen und Gehältern öffnet sich immer weiter.
Optimisten könnten nun hoffen, dass auch die normalen Haushalte profitieren, wenn etwa die Dividenden bei Aktien steigen. Schließlich hat ja auch die Mittelschicht in Fonds oder Lebensversicherungen investiert. Doch ist dies eine Minderheit: Wie kürzlich eine DIW-Studie ergab, verfügen zwei Drittel der erwachsenen Bevölkerung über gar keine oder nur geringe Besitztümer. Das reichste Zehntel hingegen nennt knapp 60 Prozent des Volksvermögens sein Eigen.
Verloren haben auch alle, die staatliche Leistungen erhalten: also Rentner, Arbeitslose, Kindergeld- oder Bafög-Empfänger. Ihre Zuwendungen sanken in den vergangenen drei Jahren real um fast 6 Prozent - denn trotz des Booms gab es noch nicht einmal einen Inflationsausgleich. Beim Aufschwung vor zehn Jahren war der Staat noch großzügiger: Damals stiegen die Transferzahlungen um knapp 4 Prozent.
Es kann daher nicht erstaunen, dass die meisten Bürger inzwischen von Anschaffungen absehen: Der Privatkonsum stagniert bisher - und wuchs real nur um 1 Prozent. Es darf vermutet werden, dass dieses Plus vor allem den vermögenden Haushalten zu verdanken ist, während sich die ärmeren Schichten noch stärker einschränkten.
Wenn die meisten Arbeitnehmer schon im Aufschwung zu den Verlierern zählen, wie soll das erst im Abschwung werden? Das DIW konstatiert, dass die Deutschen zunehmend ängstlich auf ihre wirtschaftliche Zukunft schauen. In den 80er-Jahren machten sich in Westdeutschland noch mehr als 40 Prozent der Menschen “keine Sorgen”; in den 90er-Jahren waren es in Gesamtdeutschland immerhin noch rund 30 Prozent. Inzwischen sind jedoch nur noch 23 Prozent optimistisch.
Quelle:www.taz.de
Chinas heimlicher Krieg gegen den Westen?
onlineredaktion - Führt die Volksrepublik China einen heimlichen Krieg gegen den Westen, gegen Europa und auch gegen die USA?
Absurd, sagen jene die vernarrt sind in den Globalismus und sich über den Handel mit China erhebliche Gewinne versprechen und blind geworden sind gegenüber den gesundheitlichen Gefahren, die Waren aus China mitbringen. Aber was da ständig aus China geliefert wird, wird von Kritikern mit Besorgnis betrachtet. China liefert nicht nur gefälschte und verfälschte westliche Produkte und gefährdet auf kriminelle Weise Hersteller und Konsumenten in Europa und in den USA, sondern auch chemisch verseuchte Ware; oftmals Kinderspielzeug, aber auch Zahnpasta und andere kosmetische Artikel. Nun wurde radioaktiv verseuchter Stahl aus China in Italien von der Polizei beschlagnahmt: 30 Tonnen vom chinesischen Stahlproduzenten Tisco. Daraus sollten Schornsteinrohre gefertigt werden.
Bis die italienische Polizei den radioaktiv verseuchten Stahl beschlagnahmen konnte, war er bereits durch mehrere Betriebe gegangen, aber angeblich noch nicht verarbeitet. Dann ergaben Test einen gefährlich hohen Anteil des radioaktiven Isotops Cobalt-60. Vor allem Arbeiter, die mit dem Stahl hantieren, wären der Strahlung ausgesetzt und damit gesundheitlich gefährdet. An die Folgen, wenn die aus diesem Stahl hergestellten Rohre Rauchabgase radioaktiv verseucht hätten, mag wohl derzeit niemand denken.
Quelle:oraclesyndicate.twoday.net
Namibia plant Bau von Atomkraftwerk
Der südwestafrikanische Uran-Produzent Namibia will seine Abhängigkeit von Stromlieferungen aus dem Nachbarland Südafrika durch den Bau eines Atomkraftwerks verringern. Zugleich ist eine Urananreicherung im Wüstenstaat geplant.
(sda) Das geht aus einem bekanntgewordenen Regierungsbeschluss hervor, in dem die Entwicklung eines Rahmenplans nach den Richtlinien der Internationalen Atomenergie-Agentur (IAEA) festgelegt wurde.
“Es wird eine langfristige Lösung für die Kapazitäts-Engpässe bei der Stromproduktion darstellen und die Verarbeitung der immensen Uran-Reserven des Landes zum Vorteil des Landes ermöglichen”, heisst es in dem Beschluss.
Namibia ist der fünftgrösste Uran-Produzent der Welt. Dabei exportiert das Land sogenannten Yellowcake (gelber Kuchen), der aus Uranerz gewonnen wird. Er wird als Ausgangsmaterial für die Weiterverabeitung zu Brennelementen benutzt.
Während das Kilogramm auf dem Weltmarkt bisher Preise von rund 100 US-Dollar erzielt, geht das Energieministerium bei angereichertem Uran von einem Profitmarge von mindestens 1000 US-Dollar aus.
Umweltorganisationen warnen jedoch vor den Risiken der Technologie sowie den Problemen der Endlagerung des atomaren Abfalls. Die Rückstände sind trotz Uranabtrennung weiterhin radioaktiv mit langen Halbwertszeiten. Sie fallen in grossen Mengen an.
Das Land prüft zur Zeit auch den Einsatz alternativer Energieträger. Die weltweit gestiegene Nachfrage nach Uran hat Namibia mit seinen drei Millionen Einwohnern in den vergangenen zwei Jahren einen regelrechten Boom beschert.
Quelle:www.bielertagblatt.ch
Privat in die Pleite
Weltweit zeigt sich, daß der Ausverkauf öffentlichen Eigentums jene Probleme schafft, die er zu bekämpfen vorgibt. Inzwischen wird vielerorts zurückgerudert – selbst im neoliberalen Musterland Neuseeland
Ausgerechnet der Deutsche Beamtenbund war es, der genauer wissen wollte, was die Deutschen von der Privatisierung halten. Selbst den privilegierten Staatsdienern mit ihren sicheren Arbeitsplätzen wird es nun zu eng: Das gekürzte Weihnachts- und Urlaubsgeld, die jahrelange Stagnation bei den Gehältern, die verlängerte Arbeitszeit und die ständig wachsende Mehrarbeit wegen des Stellenabbaus im öffentlichen Dienst – das geht an die ökonomische Substanz. Außerdem geht den Beamten die ständige Kritik, daß Private alles besser können, auf die Nerven.
Um der Forderung nach kräftiger Gehaltserhöhung, die dieses Mal zudem gemeinsam mit ver.di erhoben wird, mehr Nachdruck zu verleihen, beauftragte der Beamtenbund das Meinungsforschungsinstitut forsa mit einer Umfrage zum Thema Privatisierung. Danach bewertet die Hälfte der Bevölkerung ihre Erfahrungen als negativ. Vor allem an der Bahn und den Energiekonzernen entzündet sich die Kritik. Nur der Staat, so meinen gegenwärtig 58 Prozent der Befragten, könne flächendeckende Versorgung und angemessene Preise garantieren. Nur 16 Prozent sprechen sich für weitere Privatisierungen aus. Das ist eine Kehrtwendung gegenüber dem Privatisierungsglauben, der in den 90er Jahren vorherrschte.
Die Bevölkerung werde unruhig, sagt der Vorsitzende des Beamtenbunds, Peter Heesen. Monopole wie bei Müllentsorgung und Energie treiben die Preise hoch. »Bei der Fleischkontrolle haben wir schlimme Erfahrungen machen müssen. Man muß überprüfen, ob die Privatisierungen der letzten Jahre überhaupt richtig waren«, wird er im Kölner Stadt-Anzeiger vom 8. Januar 2008 zitiert.
Auch der Verband der Kommunalen Unternehmen (VKU), der bisher eine unentschiedene Haltung einnahm, wacht auf. Er ließ ebenfalls eine Umfrage durchführen: Was halten die Deutschen davon, die Trinkwasserversorgung zu privatisieren? Hier fanden die Politikforscher von Infratest dimap heraus: Mehr als drei Viertel lehnen eine Übernahme durch Privatunternehmen ab, nur 13 Prozent sehen sie positiv. Auch das ist ein dramatischer Stimmungsumschwung; nur zwei Jahre zuvor hatte der ohnehin schon stark geschmolzene Anteil der Privatisierungsanhänger noch 24 Prozent betragen.
Andreas Schirmer, VKU-Vizepräsident, erklärte zu dem Ergebnis in einer Pressemitteilung vom 28. Januar 2008: »Kommunale Unternehmen stehen in der Trinkwasserversorgung für hohe Qualität und Versorgungssicherheit zu einem wirtschaftlichen Preis. Und diesen Ruf müssen wir uns täglich neu bei den Bürgern verdienen.« Aufschlußreich: Schirmer ist Geschäftsführer der Kommunalen Wasserwerke Leipzig. Der Fachmann hat Einsichten, die seinen Vorgesetzten – den »Privatisierungsfundis« der Stadt Leipzig, den »Verantwortlichen« wie Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) – abgehen: Sie wollten die Stadtwerke Leipzig verkaufen und konnten am 27. Januar 2008 nur durch einen Bürgerentscheid (vorläufig) gestoppt werden. Selbstverständlich kam er für sie »überrraschend«.
Wer sein Ohr am Volk hat, konnte diese Abstimmungs- und Umfrageergebnisse erwarten. Die Stimmung in der Bevölkerung kippt, aber es gehört zur routinemäßigen Herrschaftsleistung unserer »Volksparteien« und Großmedien, das (scheinbar) nicht wahrzunehmen.
Überall ist der Durchmarsch der neoliberalen Privatisierer ins Stocken geraten. Nirgendwo sind ihre Versprechen erfüllt worden, im Gegenteil. Um es für Deutschland zu skizzieren – aber woanders sieht es ähnlich aus: Die öffentlichen Haushalte sind keineswegs saniert. Investoren gehen in Insolvenz oder werden mit staatlichen »Sanierungshilfen« gepäppelt (z. B. ostdeutsche Kläranlagen, Warnow- und Travetunnel, Rathaus Gelsenkirchen). Statt Wettbewerb breiten sich preistreibende Monopole aus (Strom, Gas, Wasser, Abwasser), Preise und Gebühren steigen auch in anderen Bereichen (Bahn, Stadtwerke, Müllentsorgung), private Zuzahlungen und Zusatzversicherungen verteuern die Leistungen (Renten, Krankheitsbehandlungen, Hochschulbesuch, Schulbücher), in Bahnhöfen wird Pinkelgebühr erhoben, »Heuschrecken« erhöhen die Mieten in Dresden und anderen Städten. Vor allem: Arbeitslosigkeit und Niedriglöhnerei sind eine Systemfolge der Privatisierung….
Quelle/weiterlesen…: www.jungewelt.de
Jobabbau: BMW und Henkel bezogen Millionen an Fördergeldern vom Staat
Die geplanten Stellenstreichungen bei BMW und Henkel kommen nicht nur zu Zeiten dicker Auftragsbücher, sie kommen auch noch nach professionell eingetriebenen Fördergeldern. Denn ähnlich NOKIA hat es auch der in München angesiedelte BMW-Konzern über Jahre hinweg verstanden, bundesdeutsche Steuergelder zu kassieren: zu Forschungszwecken. Henkel strich sogar über Jahrzehnte hinweg Millionenbeträge an staatlichen Fördergeldern ein, wie dem Förderkatalog des Bundes zu entnehmen ist. Lesen Sie in unserem nachfolgenden Bericht um welche Summen es im Detail geht, und erfahren Sie zudem bei SPIEGEL ONLINE an dieser Stelle wie der Bund Großkonzerne mit Millionenbeträgen unterstützt.
Was gut für BMW oder Henkel ist, schadet womöglich langfristig den Steuerzahlern. Denn sie zahlen nun die Zeche für die Renditeerwartungen der Unternehmen gleich doppelt: Zum einen durch jene wegfallenden Jobs, deren Folgekosten über die Beiträge der Arbeitslosenversicherung gedeckt werden müssen. Zum anderen durch jene Steuergelder, die bis jetzt aus dem Staatssäckel an BMW und Henkel in Millionenhöhe flossen. Wir zeigen Ihnen an dieser Stelle, um welche Projekte es sich dabei handelt - und wie viel sie den Staat kosteten.
Hier geht es zur Liste des Förderkatalogs des Bundes mit den geförderten Projekten bei BMW
Hier geht es zur Liste des Förderkatalogs des Bundes mit den geförderten Projekten bei Henkel
Lesen Sie dazu auch folgenden Artikel bei LifeGen.de:
(2008-01-17) Forschungsförderung: Staatliche Millionenhilfe für Großkonzerne als Regelfall
(kostenloser Artikel)
Quelle:www.lifegen.de
Die Welt saniert die USA
Die Amerikaner haben lange Jahre über ihre Verhältnisse gelebt. Jetzt zahlen Europa und Asien die Zeche. Der Dollarverfall ist der Beweis.
Ein Dollar ist gerade noch 66 Cent wert – oder umgekehrt, für einen Euro bekommen Europäer mittlerweile 1,50 Dollar. Das ist ein Rekordhoch. Vordergründig sind vor allem die jüngsten Konjunkturdaten aus den USA und Aussagen von Donald Kohn, Vizechef der US-Notenbank Fed, schuld an dem erneuten Schwächeanfall des Greenback. Kohn warnte vor Wachstumsrisiken, was automatisch auf weitere Zinssenkungen der obersten Währungshüter schließen lässt.
Der tatsächliche Grund für den schleichenden Verfall der Leitwährung ist indirekt der überbordende Konsum der Amerikaner. Die Verbraucher sind die Hauptstütze der US-Wirtschaft, entsprechend konzentriert sich die Fürsorge von Notenbank und Regierung auf sie. Statt die Zinsen zu erhöhen, was angesichts einer steigenden Inflation – mittlerweile liegt sie bei mehr als vier Prozent – notwendig wäre, senkt die Fed die Leitsätze, um den Konsumenten die Rückzahlung ihrer Immobilienkredite zu erleichtern. Die Notenbank öffnete die Geldschleusen mit dem Effekt, dass der Dollar gegenüber anderen Währungen an Wert verlor. Von der Bush-Regierung bekommen die Bürger nun noch zusätzliche Milliarden, um die Konsumlaune aufzuhellen, obwohl der Staat bereits einen gigantischen Schuldenberg vor sich herschiebt.
Das Ausland zahlt die Zeche
Damit sanieren sich die USA auf Kosten anderer Volkswirtschaften, denn den Preis für den schwachen Dollar zahlen Europäer und Asiaten. Sie versorgen Amerika mit Spielzeug, Schuhen, Autos und Hightech im Wert von Hunderten von Milliarden Dollar. Sinkt der Greenback, fallen ihre Erlöse in Landeswährung. Gleichen Sie diesen Preisrutsch durch Preiserhöhungen aus, stürzt die Nachfrage in den USA ab.
Um zu verhindern, dass der Dollar nicht noch weiter verfällt, müssen diese Nationen die Exporteinnahmen theoretisch wieder in Dollar reinvestieren oder als Devisenreserven bunkern. Das ist der Grund, warum etwa die chinesische Notenbank auf 1,5 Billionen Dollar Devisen sitzt. Einen großen Teil des Geldes investieren die Exportländer in Staatsanleihen oder Aktien. Sackt jedoch der Dollar dennoch ab, sind sie zum zweiten Mal die Dummen, denn auch ihre Devisenreserven verlieren dann an Wert.
Ein Teufelskreis droht: Verkauften die Exportnationen ihre Dollar-Investments im großen Stil, käme der Dollarkurs unter die Räder, was die Exportländer selbst am meisten träfe.
Der US-Industrie kommt ein schwacher Dollar dagegen höchst gelegen: Ohne eigene Anstrengungen sind ihre Produktionskosten bereits 2007 um mehr als zehn Prozent gefallen – weil der Dollar verfiel. Das macht die US-Konzerne wettbewerbsfähiger, da sie ihre Waren außerhalb der USA günstiger anbieten können. Europäische und asiatische Unternehmen müssen sich dagegen anstrengen, entweder kostengünstiger zu produzieren, was meist Stellenabbau bedeutet, oder sie müssen Abstriche beim Gewinn hinnehmen.
Die Druckerpresse läuft heiß
Die US-Notenbank weiß um das Dilemma – und lässt ihre Druckerpresse ungeniert weiter laufen, denn sie kann sicher sein, dass das überschüssige Geld von den Exportländern aufgesaugt wird. Jedes andere Land der Welt würde für eine solche Geldpolitik abgestraft, Amerika kann sich das aber leisten: Der Dollar ist trotz vieler Unkenrufe immer noch Leitwährung. Die meisten Öllieferungen werden nach wie vor in Dollar beglichen, zudem haben viele Staaten ihre Währung an den Dollar gekoppelt und sind somit gezwungen, den Greenback zu stützen.
Es scheint jedoch, dass Asiaten, aber auch einige Ölexporteure langsam umdenken. China will seine Devisenanlagen breiter streuen und dabei insbesondere den Euro berücksichtigen. Auch Länder wie der Iran oder Venezuela bevorzugen bei ihren Öllieferungen zusehends den stabileren Euro.
Die einzige tragfähige Lösung besteht darin, dass die USA anfangen, ihr ausuferndes Budgetdefizit einzudämmen und die Notenpresse langsamer laufen zu lassen. Viele Beobachter hoffen darauf, dass der nächste US-Präsident einen Kurswechsel in der Haushaltspolitik einleitet. Die drohende Rezession könnte solchen Hoffnungen jedoch einen Strich durch die Rechnung machen. Erlahmt das Wirtschaftswachstum und steigen die Arbeitslosenzahlen, werden US-Notenbank und Regierung wieder zuerst an ihre Konsumenten denken – ohne Rücksicht auf Europa und Asien.
Quelle:www.focus.de

